Gesellschafter und Beteiligungen
SPIEGEL-Gruppe: Umsätze
Die Besitzverhältnisse am SPIEGEL-Verlag sind einzigartig in der deutschen Medienlandschaft. Rudolf Augstein, der am 7. November 2002 verstorbene Gründer, Chefredakteur, Herausgeber und Geschäftsführer des SPIEGEL, übertrug 1974 die Hälfte seines Unternehmens der Belegschaft. Mitverantwortung, Mitentscheidung und ein Anspruch auf die Hälfte des Gewinns zählen seither zu den Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter und prägen das Klima im Haus. Nirgendwo sonst ist die Idee, die Beschäftigten eines Unternehmens auch zu Inhabern zu machen, so konsequent verwirklicht worden.
Eigentümer der SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG sind die Erbengemeinschaft Augstein, der Verlag Gruner+Jahr AG & Co KG, die KG Beteiligungsgesellschaft für SPIEGEL-Mitarbeiter mbH & Co. und die Rudolf Augstein GmbH.

2009 belief sich der Gesamtumsatz der Unternehmensgruppe laut Prognose auf 300 Millionen Euro.
Seit Mitte der siebziger Jahre hat der SPIEGEL-Verlag seine unternehmerischen Aktivitäten deutlich ausgeweitet und trägt damit den gravierenden Veränderungen im Umfeld des klassischen Verlagsgeschäfts Rechnung. Vom Ein-Produkt-Verlag hat er sich zu einem Multimedia-Unternehmen entwickelt. So erscheinen in der SPIEGEL-Gruppe neben dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL diverse Print-Produkte: seit 1988 monothematische SPECIAL-Hefte (zeitweise unter dem Titel SPIEGELreporter), seit 1995 die Abo-Beilage KulturSPIEGEL, seit 1997 die SPIEGEL Jahres-Chronik, seit 1998 der UniSPIEGEL und seit 2009 SPIEGEL GESCHICHTE und SPIEGEL WISSEN. Bereits seit 1971 erscheint – im Tochterunternehmen manager magazin Verlagsgesellschaft mbH – das manager magazin sowie seit 1979 der Harvard Business Manager. In Kooperation mit der Deutschen Verlags-Anstalt werden jährlich etwa acht bis zehn Neuerscheinungen im SPIEGEL-Buchverlag veröffentlicht.
Neue Geschäftsfelder
Die Etablierung des Internets als Alltagsmedium für Kommunikation, Unterhaltung und Information hat einen strukturellen Wandel des Werbemarktes hervorgerufen: Online-Werbung nimmt bei den Werbeinvestitionen einen immer höheren Stellenwert ein – oft zu Lasten der etablierten Medien. Zum Strukturwandel kam 2008/2009 noch die weltweite Finanzkrise hinzu, die das Anzeigengeschäft 2009/2010 gleichfalls stark beeinträchtigen wird. Auch der SPIEGEL musste Umsatzeinbußen hinnehmen, kann sich aber nach wie vor als Basismedium im Anzeigengeschäft behaupten.
Die definierten Wachstumsfelder des SPIEGEL-Verlags sind insbesondere auch die Online-Angebote und SPIEGEL TV. Die Einführung des dualen Rundfunksystems bot dem Verlag die Chance, sich auch im Fernsehmarkt zu engagieren. Daraus gingen die SPIEGEL TV GmbH (die Anfang 2008 durch Gründung der SPIEGEL TV Media GmbH und der SPIEGEL TV Produktion GmbH neu aufgestellt wurde) und die SPIEGEL TV Infotainment GmbH & Co. KG hervor, die zusammen über 15 Prozent (Prognose) des Gruppenumsatzes erwirtschaften. 1998 erwarb die SPIEGEL-Gruppe eine Mehrheitsbeteiligung an der ASPEKT Telefilm-Produktion GmbH, mit der SPIEGEL TV seine Aktivitäten im Bereich der Fernsehfilmproduktionen erweitert. Mittlerweile wurde diese Beteiligung auf 100 Prozent aufgestockt. Seit 2000 gibt es darüber hinaus eine Beteiligung an der TV-Produktionsfirma STORY HOUSE in Berlin und Washington, die sich auf Dokumentationen für ARD und ZDF sowie für den amerikanischen Fernsehmarkt konzentriert.
In den neunziger Jahren hielt das Internet Einzug in die deutsche Medienlandschaft. Der Verlag setzte von Anfang an auf das neue Medium: 1994 ging der SPIEGEL als erstes Nachrichten-Magazin weltweit online, einen Tag vor „Time“. Seither hat sich das Multimedia-Engagement zu einem neuen Schwerpunkt der Verlagsaktivitäten entwickelt. Die Produktion von SPIEGEL ONLINE, Harvard Business Manager Online und manager-magazin.de sowie die Vermarktungsorganisation Quality Channel (seit 2009 Teil der Vermarktungsorganisation SPIEGEL QC) waren seit dem Jahr 2000 in der SPIEGELnet GmbH gebündelt. Mit der Gründung des Unternehmens war und ist das Ziel verbunden, diese Marken auszubauen und ihre hervorragende Marktposition zu unterstützen. Die SPIEGELnet GmbH versteht sich – der Tradition des Mutterhauses folgend – als publizistisches Unternehmen. Journalistische Unabhängigkeit und eine hohe Qualität der redaktionellen Angebote sind dafür unabdingbare Voraussetzungen. Ab 2009 gehört die ehemalige manager magazin Online GmbH unter dem Namen manager magazin new media GmbH als 100-prozentige Tochter zur manager magazin Verlagsgesellschaft mbH.
Mitarbeiter
Die SPIEGEL-Gruppe beschäftigt über 1200 Mitarbeiter, die sich auf Redaktionen, Dokumentation, redaktionelle Dienste und Verlagsabteilungen verteilen.
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