Das SPIEGEL-Haus auf der Ericusspitze in der Hamburger HafenCity

Ericusspitze 1 – das ist seit 2011 die Adresse der SPIEGEL-Gruppe in der Hamburger HafenCity. Das Unternehmen, zu dem neben dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL auch SPIEGEL ONLINE, SPIEGEL TV und das manager magazin gehören, ist umgezogen – in eines der modernsten Mediengebäude Europas und einen der prominentesten Bauten im neuen Stadtquartier direkt an der Elbe.

Das neue SPIEGEL-Haus ist eines der größten und "grünsten" der Stadt. Mit 30.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche bietet es auf 13 Stockwerken Platz für mehr als 1.100 Mitarbeiter. Das "HafenCity Umweltzeichen Gold", mit dem es als erstes privates Bauvorhaben ausgezeichnet worden ist, bestätigt unter anderem die hohe Nachhaltigkeit und einen besonders niedrigen Energiebedarf. Wie alle Gebäude in der HafenCity ist auch das SPIEGEL-Haus auf einem sturmflutsicheren Sockel errichtet worden. Der Sockel sowie die beiden unteren Geschosse sind als massive Einheit angelegt, aus rotem Backstein, dem Baumaterial der Speicherstadt. Darüber erhebt sich, licht und transparent, die Gebäudehülle aus Glas, Stahl und Beton.

Der Entwurf stammt vom renommierten Architektenbüro Henning Larsen, das 2007 als Sieger aus einem Wettbewerb mit 14 nationalen und internationalen Büros hervorgegangen ist. "Das Schaffen von Treffpunkten, Orten, an denen Menschen einander begegnen, ist für uns das Leitmotiv in der Architektur", so sagen es die Architekten aus Dänemark. Entstanden ist ein moderner Bürokomplex mit einem haushohen Atrium, dem Zentrum des neuen Hauses, das von Brücken und Treppen durchzogen wird – ein Sinnbild für Transparenz in Zeiten multimedialer Kommunikation und Vernetzung.

Die großzügige, lichtdurchflutete Architektur des SPIEGEL-Hauses unterstützt die Arbeitsprozesse in den Redaktionen, in der Dokumentation und im Verlag; sie soll Raum geben für Konzentration und Kommunikation.

Im Erdgeschoss, mit einer Terrasse zum Wasser, liegt die neue Kantine. Die Stuttgarter Designer Peter Ippolito und Gunter Fleitz hatten den Wettbewerb für die Ausstattung gewonnen, sie wollten einen hellen Raum und ließen einen weißen Terrazzoboden gießen. Auffällig ist die Decke mit rund 4.300 runden, silbrig-matten Aluminium-Elementen: Schimmernde Taler nehmen das Tageslicht an und bilden ein sanft reflektierendes, lebendiges Pendant zur Wasserfläche des Ericusgrabens. Große gelbe Lichtschalen sorgen für Abwechslung auf der schillernden Oberfläche und bringen auch an grauen Tagen eine positive Grundstimmung in den Raum.

Die inzwischen denkmalgeschützte, legendäre Panton-Kantine aus dem alten SPIEGEL-Haus wird dauerhaft im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg untergebracht. Dort wird sie ab Sommer 2012 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Aber auch die SPIEGEL-Mitarbeiter müssen in Zukunft nicht auf das Panton-Design verzichten: In der 5. Etage, im so genannten "Fenster zur Stadt" an der Nordseite des Gebäudes, erstrahlt auf 100 Quadratmetern die neue Snackbar, und zwar mit ausgewählten Elementen der alten: bunte Wandleuchten, violette Stoffprismen und Pendellampen öffnen das Gebäude nach innen und schaffen interessante Einblicke für Passanten.

Um die einzelnen Stockwerke zu erreichen, können sowohl die Treppen und Brücken als auch die insgesamt sieben Aufzüge genutzt werden. Die vier Treppenhäuser auf der Ost- und Westseite des Gebäudes sind mit den Farbcodes Gelb, Rot, Orangegelb und Orange gekennzeichnet. Im neuen SPIEGEL-Haus gibt es auf jeder Etage zwei Teeküchen, eine kleine für zwischendurch – mit Küchenzeile, Spüle und Kühlschrank – und eine große, die darüber hinaus Gelegenheit zum Sitzen bietet.

Im Erdgeschoss befindet sich das neue, erstmals virtuelle Fernsehstudio von SPIEGEL TV. Hier werden alle hauseigenen Produktionen aufgezeichnet. Das 100 Quadratmeter große Studio ist mit moderner Greenbox-Technik ausgestattet, durch die sich insbesondere 3-D-Grafiken und andere virtuelle Inhalte zeitgemäß präsentieren lassen.

Der so genannte K4 ist der größte der neuen Konferenzräume im 1. Obergeschoss. Hier finden seit dem Umzug die Montagskonferenzen der SPIEGEL-Redaktion statt. Die violetten Bänke wurden als stilprägendes Element aus dem alten SPIEGEL-Haus mitgenommen. Insgesamt finden sich in der zentralen Konferenzzone neun Räume mit Größen zwischen fünf und 40 Plätzen. Bei Bedarf lassen sich die Räume auch zusammenlegen, um größere Flächen zu schaffen. Alle Konferenzräume sind mit moderner Medientechnik ausgestattet und wurden vom Stuttgarter Designbüro ippolito fleitz group gestaltet.

Die Idee der Architekten, so viel natürliches Tageslicht wie möglich ins Innere des Gebäudes zu leiten, wurde mit viel Glas in Dach und Fassaden realisiert. Damit die Helligkeit möglichst weit, also bis auf den Grund des Atriums, vordringen kann, sind auch die Trennwände zwischen den Büros zum Flur hin raumhoch verglast. Für den nötigen Sichtschutz sorgt eine Folie in Milchglasoptik zwischen Sitz- und Stehhöhe der Wand.