manager magazin 10/2017: Wolford braucht 20 Millionen Euro frisches Kapital zum Überleben

Wirtschaftsprüfer hegen Zweifel an der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Der notleidende Strumpfhersteller Wolford benötigt eine Finanzspritze von bis zu 20 Millionen Euro. Wie das manager magazin in seiner jüngsten Ausgabe berichtet, hat der österreichische Konzern die Verpflichtungen gegenüber den Banken verletzt. Die Kreditinstitute pfändeten daraufhin alle Maschinen und Liegenschaften, sicherten sich sämtliche Forderungen und Markenrechte. Sie stellten ihre Kredite zu Juni 2018 fällig. Wolford hofft, bis dahin einen Investor zu finden, der das Geld aufbringt.

Ohne zusätzliches Kapital sind die Überlebenschancen von Wolford gering. Die Wirtschaftsprüfer von Deloitte hegen in ihrem Testat für den Jahresfinanzbericht 2016/17 „erhebliche Zweifel an der Fähigkeit zur Fortfühung der Unternehmenstätigkeit.“

Wolford hat unter der Ägide der Aufsichtsratsvorsitzenden Antonella Mei-Pochtler Rekordverluste eingefahren. Im Geschäftsjahr 2016/17 betrug das Minus nach Steuern 18 Millionen Euro, der Umsatz lag mit 154 Millionen Euro auf dem Niveau von 2011/12. „Wir sind aktuell nicht in der Lage, die Investitionen zu stemmen, die Wolford wieder auf Wachstumskurs bringen würden“, sagt Vorstandssprecher Axel Dreher. Er rechnet auch für das laufende Jahr mit einem Minus. Mei-Pochtler, Partnerin der Unternehmensberatung BCG, hat im September ihr Amt bei Wolford aufgegeben.

Der Maschinenpark von Wolford ist veraltet, die Läden müssten modernisiert werden, in der Produktion gibt es hohe Überkapazitäten. Bei unseren Kosten- und Organisationsstrukturen“, so Dreher, „müssten die Umsätze 25 Prozent höher liegen, um profitabel wirtschaften zu können.“


Autorin: Ursula Schwarzer
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Hamburg, 23. September 2017


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