manager magazin 1/2018: Carlos Tavares: Opel-Turnaround könnte länger dauern

Peugeot-Chef nennt Verzögerung um zwei Jahre „nicht so wichtig“ / Fahrdienste wie Uber & Co seien „überbewertet“

Peugeot-Chef Carlos Tavares hat eingeräumt, dass der Opel-Turnaround länger als ursprünglich geplant dauern könnte. „Es ist nicht so wichtig, ob der Turnaround in zwei, drei oder fünf Jahren gelingt“, sagte Tavares im Interview mit dem manager magazin (Erscheinungstermin: 15. Dezember). „Brauchen wir mehr als die drei Jahre, die wir anpeilen, freue ich mich immer noch für die Belegschaft.“

Zu möglichen Stellenkürzungen im Forschungs- und Entwicklungszentrum in Rüsselsheim sagte Tavares, es komme auf die Ingenieure an, wie viele von ihnen in ein paar Jahren noch gebraucht würden. „Wenn wir unseren Plan rigoros umsetzen, wird es jede Menge Arbeit geben. Wenn nicht, haben wir alle massive Probleme, ganz klar.“

Im Hinblick auf die anstehenden CO2-Vorschriften sagte Tavares dem manager magazin: „Der Wettbewerbsdruck wird sich enorm erhöhen, einige bleiben womöglich auf der Strecke – schlichtweg, weil sie sich etwaige Geldstrafen nicht leisten können. Das könnte ein Katalysator für Konsolidierung werden.“ Die PSA-Gruppe werde trotz Opel nicht in eine Schieflage geraten. PSA soll nach Medienberichten deshalb vom vorherigen Opel-Eigner General Motors über die Hälfte des Kaufpreises zurückverlangen, weil Opel die schärferen CO2-Abgasziele zu reißen droht.

Zu neuen Mobilitätsdiensten äußerte sich Tavares zurückhaltend. Taxi-Apps wie Uber oder Lyft seien „überbewertet“. „Es gibt immer mal wieder Blasen. Da ist es besser, Ruhe zu bewahren.“ Als Grund für seine Skepsis nannte er die Möglichkeit von Fahrverboten in Städten, die das Geschäftsmodell der On-Demand-Fahrdienste bedrohen könnten.


Autor: Jonas Rest
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Hamburg, 15. Dezember 2017

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