"Beugt euch nicht / Boyun eğme": DER SPIEGEL erscheint mit einer Titelgeschichte erstmals auch auf Türkisch

Auf zehn Sonderseiten: Der gesamte Titelkomplex über den Aufstand in der Türkei gegen Erdogan wurde ins Türkische übersetzt

Am kommenden Montag erscheint das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL zum ersten Mal mit einer Titelgeschichte in deutscher und in türkischer Sprache. Das beherrschende Thema des SPIEGEL-Titels ist die Zerrissenheit der Türkei – auf der einen Seite die Erdogan-Anhänger, konservativ und religiös. Auf der anderen dieser bunte Haufen von Demonstranten – so bunt, wie es in Deutschland die APO am Anfang war, wie es die Grünen zumindest zur Zeit ihrer Gründung waren. Klaus Brinkbäumer, stellvertretender Chefredakteur des SPIEGEL: "Natürlich glauben wir nicht, den knapp drei Millionen in Deutschland lebenden Türken mangele es an Deutschkenntnissen. Wir möchten signalisieren: Die Ereignisse in der Türkei gehen alle an – Deutsche, Türken, Europäer. Der Umgang der Regierung Erdogan mit friedlichen Demonstranten in einem europäischen Staat, einem Urlaubsland der Deutschen, einem EU-Beitrittskandidaten, ist beunruhigend; die Drohungen des türkischen Europaministers gegenüber Angela Merkel Ende der vergangenen Woche waren es auch. Wir freuen uns darüber, dass unsere türkischen und türkisch-stämmigen Leser in Deutschland und in der Türkei die Titelgeschichte in einer ihnen vertrauten Sprache lesen können – sowohl auf Deutsch wie auf Türkisch."

Die Autoren der Titelgeschichte haben persönliche Beziehungen zur Türkei: SPIEGEL-Redakteurin Özlem Gezer (32) ist Hamburgerin und Tochter von türkischen Gastarbeitern, sie hat deutsch-türkische Verwandtschaft sowohl hier als auch in der Türkei. Drei Jahre lang hat sie als Journalistin in Istanbul gearbeitet. Im aktuellen SPIEGEL schreibt sie über ihre eigene Familie und die Risse, die sich dort jetzt auftun – ähnlich wie sie 1968 durch deutsche Familien liefen. Bernhard Zand (45), heute Büroleiter in Peking, ging 1998 als erster SPIEGEL-Korrespondent in die Türkei und hat auch später aus der arabischen Welt noch lange über das Land berichtet. Er ist mit einer Deutsch-Türkin verheiratet, seine Kinder sprechen beide Sprachen. Zand hat den türkischen Premier Erdogan als einer der ersten ausländischen Journalisten nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis getroffen und ihn seither mehrfach interviewt. Im Heft dieser Woche beschreibt er, wie es zur Spaltung der türkischen Gesellschaft kam – und welche Aussichten das Land hat, sie zu überwinden.

Der aktuelle SPIEGEL wird in deutlich erhöhter Auflage auch in der Türkei erscheinen und erstmals dort beworben. Die digitale Version des SPIEGEL kann bereits am Sonntag ab 8 Uhr heruntergeladen werden und ist direkt über SPIEGEL ONLINE oder in allen gängigen Stores verfügbar.


Hamburg, 21. Juni 2013

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