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ABB-Millionen für israelische Arbeiterpartei

Im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre um den Anlagenbauer Asea Brown Boweri (ABB) sind womöglich Schmiergelder in Millionenhöhe an die israelische Arbeiterpartei von Außenminister Shimon Peres geflossen. Das schreibt das manager magazin in seiner am Freitag erscheinenden Mai-Ausgabe.

Wie mm vorab berichtet, stießen Fahnder des Bundeskriminalamtes bei ihren Ermittlungen im ABB-Komplex auf eine handschriftliche Notiz des ehemaligen ABB-Deutschland-Chefs Michael Pohr vom 14. Juni 1995. Darin geht es um eine Wahlkampfspende im Vorfeld der israelischen Parlamentswahlen 1995 in Höhe von fünf Millionen Mark.

Wie aus der Notiz weiter hervorgeht, soll das Geld über einen ehemaligen Wiesbadener SPD-Politiker nach Israel geflossen sein, der mit Peres eng befreundet ist. Sowohl der Politiker als auch die mit dem Vorgang vertrauten ehemaligen ABB-Manager bestritten gegenüber mm die Zahlungen.

Der heute 82-jährige SPD-Mann hatte in den 90er Jahren als Lobbyist für ABB gearbeitet und seine politischen Kontakte nach Israel, Portugal, Frankreich, Ungarn und Rumänien, aber auch zu SPD-Größen wie Johannes Rau, Wolfgang Clement und Gerhard Schröder zur Anbahnung von Geschäften für ABB genutzt. Als Gegenleis-tung soll er zwischen 1993 und 1998 insgesamt rund 8,9 Millionen Mark kassiert haben.

Autor: Jörg Schmitt
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