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Abfindungen: Manager greifen nach Übernahmen Millionensummen ab

BOC-Chef Tony Isaac kassiert 17 Millionen Euro, Engelhard-CEO Barry Perry kommt auf Übernahmegewinn von 46 Millionen Dollar

Die Topmanager einiger jüngst übernommener Großkonzerne streichen teils hohe
Millionensummen ein. Das berichtet das manager magazin in seiner neuesten
Ausgabe (Erscheinungstermin: 22. September 2006). So zahlt die Linde AG dem
Chef des übernommenen britischen Industriegase-Konkurrenten BOC, Tony Isaac, 17
Millionen Euro. Der Chemiekonzern BASF findet die Vorstände des US-Konzerns
Engelhard mit insgesamt 62 Millionen Dollar ab. Und die vier
Vorstandsmitglieder des Pharmaunternehmens Schering, die die Firma nach der
Übernahme durch die Bayer AG verlassen haben, kassieren 25 Millionen Euro – und
profitieren außerdem dadurch, dass sie bislang gesperrte Aktienoptionen
verkaufen dürfen. Die genannten Vorstände hatten allesamt sogenannte
Change-of-Control-Klauseln in ihren Verträgen festgeschrieben. Solche
Regelungen sichern Managern Abfindungen zu, falls ihr Arbeitgeber in die
Kontrolle eines neuen Eigentümers gerät.

Linde stattet auch das eigene Management mit solchen Klauseln aus. So muss sich
Hubertus Krossa, Vorstandschef der zum Verkauf stehenden Gabelstapler-Sparte
Kion, für die Zeit nach einer Übernahme wohl keine Sorgen machen. Linde-Chef
Reitzle sicherte zwei Dutzend Kion-Führungskräfte mit einem Abfindungspaket von
insgesamt rund 30 Millionen Euro ab.

Engelhard-Chef Barry Perry profitierte nach dem Aufkauf des Unternehmens
persönlich nur zweitrangig durch seine Übernahmeklausel. Diese sicherte ihm 9,9
Millionen Dollar. Weitere 36 Millionen Euro brachte ihm der Kursanstieg seiner
Aktien und Optionen. BASF hatte einen 30-prozentigen Aufschlag auf den letzten
Engelhard-Kurs vor dem Übernahmeangebot gezahlt. Insgesamt verkauften
Topmanager und Aufsichtsräte von Engelhard allein in den zehn Tagen nach Ende
der Übernahmeschlacht Aktien und Optionen im Wert von etwa 100 Millionen Dollar.

Auch Schering-Chef Hubertus Erlen profitiert vom Kursanstieg der
Schering-Aktie. Gut 19 Millionen Euro wert sind die Optionen des
Gesamtvorstands inzwischen.

Autor: Michael Freitag
Telefon: 040/308005-53

manager magazin Kommunikation
Eva Wienke
Telefon: 040/3007-2320
E-Mail: Eva_Wienke@manager-magazin.de

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