DER SPIEGEL

„Absolute Anti-Stimmung gegen Juden in Deutschland“

SPIEGEL-ONLINE-Interview mit Charlotte Knobloch

– Charlotte Knobloch beklagt die vom Nahost-Konflikt
angeheizte „Anti-Stimmung gegen Juden und Israel“ in Deutschland. Sie habe das
in der Bundesrepublik „noch nie in dieser Form erlebt“, das habe eine neue
Qualität, sagte die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland im
Gespräch mit SPIEGEL ONLINE.

Knobloch kritisierte jene deutschen Politiker, „die sich mit wohlbedachten
Worten dieser Anti-Stimmung anschließen, die haben natürlich Hochkonjunktur“.
Die Zentralratspräsidentin nannte Oskar Lafontaine und die gesamte
Linksfraktion als Beispiel. Aber auch Entwicklungshilfeministerin Heidemarie
Wieczorek-Zeul (SPD) zähle sie dazu: „Diese Leute unterstützen die
Anti-Stimmung gegen Juden in Deutschland.“

Knobloch zeigte sich gegenüber SPIEGEL ONLINE betroffen, dass diese Stimmung
„in alle Kreise und Schichten eingedrungen“ sei. Sie hoffe auf die
demokratischen Kräfte in Deutschland. Sonst würden „alle positiven Gedanken,
die ich in Bezug auf Deutschland habe“ in Frage gestellt: „Ich habe meine
Koffer hier ausgepackt. Und ich möchte sie nicht wieder einpacken.“

Die Zentralratspräsidentin warnte außerdem vor einer Appeasement-Politik
gegenüber Irans Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad. Zwar hoffe sie auf die
Teheran-Mission des UN-Generalsekretärs Kofi Annan, doch sei die Diplomatie
„momentan am Ende“. Das überrasche sie aber nicht: „Insgesamt erinnert mich die
heutige Situation an die gescheiterte Appeasement-Politik gegenüber Hitler. Die
Geschichte wiederholt sich doch immer wieder. Und daraus sollte man lernen.“

Das vollständige Interview ist unter www.spiegel.de abrufbar.

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