DER SPIEGEL

Affäre Kieler Schloss: Belastende Akten

– Neue Details aus Ermittlungsakten der Kieler Staatsanwaltschaft zur Affäre um den Verkauf des Kieler Schlosses bringen Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) und ihren Ex-Staatskanzleichef Klaus Gärtner erneut unter Druck. Hinweise in den Dossiers legen den Verdacht nahe, dass die Staatskanzlei bereits 2001 über die Aktivitäten des damaligen schleswig-holsteinischen Expo-Beauftragten Karl Pröhl für die B&B-Firmengruppe des Schloss-Interessenten Falk Brückner informiert war.

Gegenüber dem ermittelnden Kieler Staatsanwalt Bernd Winterfeldt hatte Brückner, der kurz darauf verstarb, im September 2002 angegeben, dass es „Gärtner bekannt gewesen sein dürfte, dass Dr. Pröhl im letzten Quartal 2001 sich häufig im B&B Büro in Hamburg aufgehalten habe“, weil der Staatskanzlei-Chef dort „mehrfach angerufen habe, wenn er etwas mit Dr. Pröhl zu besprechen hatte“.

Ebenfalls in den Akten: Ein Brief Brückners vom 6. Oktober 2001 an den Geschäftsführer einer Tochter der Westdeutschen Immobilienbank, die in die Schloss-Planungen involviert war. Darin heißt es: Finanzminister Claus Möller (SPD) habe „Heide Simonis über das Konzept ‚Wohnimmobilie Belvedere’, den aktuellen Stand der Vorplanungen und die Eckpunkte für einen Kaufvertrag informiert. Die Ministerpräsidentin hat ihre Unterstützung für die Realisierung unseres Projektes am Standort Schloss Kiel zugesagt“.

Gärtner bestreitet, 2001 von Pröhls B&B Aktivitäten gewusst zu haben. Regierungssprecher Gerhard Hildenbrand teilte auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE mit, „dass die Ministerpräsidentin weder vom Finanzminister über ein Konzept informiert worden“ sei, „noch die von angeblich von Herrn Brückner behauptete Unterstützung zugesagt“ habe.

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