DER SPIEGEL

Afghanistan: Warlords und Regierungsmitglieder missbrauchen ihre Macht

Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“ übt auch Kritik an den USA / Nato soll Mandat für Schutztruppe Isaf ausdehnen

Hamburg, 24.7.2003 – Nach der Vertreibung der Taliban missbrauchen Warlords und Regierungsmitglieder in Afghanistan ihre Macht. Das ist das Fazit eines Berichts der Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“, der SPIEGEL ONLINE exklusiv vorliegt. Vergewaltigungen, Erpressungen und Gefangennahmen gehörten zum Alltag. Das Leben von Frauen habe sich seit dem Ende des Taliban-Regimes kaum verbessert. Aus Angst vor Übergriffen von Miliz und bewaffneten Männern trauten sich viele kaum noch auf die Straßen.

Unschuldige Bürger würden zudem von Soldaten oder Polizisten gekidnappt und in inoffiziellen Gefängnissen festgehalten. Geschäftsinhaber würden ebenso erpresst wie Bus-, Lastwagen- und Taxifahrer. Politische Aktivisten und Journalisten bekämen Morddrohungen, heißt es in dem Report weiter.

„Die USA und ihre Koalitionspartner haben den Warlords, die heute Menschenrechtsverletzungen begehen, zur Macht verholfen“, wirft Brad Adams von „Human Rights Watch“ den Amerikanern und ihren Verbündeten vor.

Präsident Hamid Karzai habe zwar etwas unternommen, sei aber zu schwach, um für Veränderungen im Land zu sorgen. „Human Rights Watch“ fordert deshalb die Nato auf, das Mandat für die Schutztruppe Isaf über Kabul hinaus auszudehnen, um für Abrüstung und den Schutz der Menschenrechte zu sorgen. Die Uno müsse außerdem mehr Personal zur Verfügung stellen, fordert die Organisation.

Der vollständige Text ist unter www.spiegel.de abrufbar.

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