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Anleger scheitern an der Börse oft an sich selbst

manager-magazin-Interview mit Professor Daniel Kahneman, Ökonomie-Nobelpreisträger 2002

Wenn Privatanleger an der Börse schlechter abschneiden als professionelle Investoren, dann müssen sie die Ursache für ihre Verluste häufig bei sich selbst suchen. Dies führte Professor Daniel Kahneman, Ökonomie-Nobelpreisträger des Jahres 2002, in einem Interview für die aktuelle Ausgabe des manager magazins aus, die am Freitag dieser Woche erscheint.

Die häufigsten Fehler sind demnach die Überschätzung der eigenen Fähigkeiten sowie der völlig unzulängliche Umgang vieler Anleger mit den Risiken der Aktienmärkte. Verbessern können Anleger ihre Börsenbilanz nach den Worten Kahnemans, indem sie beginnen, in größeren Zusammenhängen zu denken. Diese Erkenntnis glaubt Kahneman mit den Ergebnissen seiner zahlreichen Versuche belegen zu können: „Es bringt nichts, jedes einzelne Aktienengagement isoliert zu bewerten. Wer bei einem Gesamtvermögen von 100 000 Euro rund 1000 Euro umschichtet oder neu investiert, der muss sich nicht lange um Verluste Sorgen machen. Sobald wir die Teilnehmer unserer Laborversuche gebeten haben, in solch größeren Zusammenhängen zu denken, hat sich die Bilanz deutlich verbessert.“ Der Grund dafür ist laut Kahneman simpel: „Unsere Versuchspersonen haben einfach weniger Entscheidungen getroffen.“ Kahneman empfiehlt kleinere und für das Gesamtvermögen unwichtigere Entscheidungen zu mechanisieren – etwa indem Verluste durch das automatische Setzen von Stopp-Loss-Orders automatisch begrenzt werden. Kahneman: „Allein die Konzentration auf das Wesentliche führt zu größerem Anlageerfolg.“

Autor: Dietmar Palan
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Hamburg, 24. März 2004

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