DER SPIEGEL

Antisemitismus-Skandal: Hohmanns Rede erreichte Bundestag früher als bekannt

E-Mail an 108 Abgeordnete, darunter die Minister Eichel und Trittin, FDP-Chef Westerwelle und CDU-Generalsekretär Meyer

– Bereits am 26. Oktober, vier Tage bevor die Medien über die umstrittene Rede des CDU-Abgeordneten Martin Hohmann berichteten, wurde der komplette Text 108 Parlamentariern per E-Mail zugesandt.

Unter den Adressaten befinden sich nach Informationen von SPIEGEL ONLINE unter anderem die Büros von Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD), CDU-General-sekretär Laurenz Mayer, Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne), FDP-Chef Guido Westerwelle und Petra Pau von der PDS. Insgesamt landete die Mail, die SPIEGEL ONLINE vorliegt, in den Rechnern von 108 Abgeordneten aller Parteien.

Abgeschickt hatte sie ein in der rechten Szene bekannter Aktivist am Sonntag, dem 26. Oktober. Vier Tage später erst berichtete der Hessische Rundfunk in einem Beitrag von der mit antisemitischen Klischees durchsetzten Rede des CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann.

Wer die Mail öffnete, konnte folgenden Vorspann lesen: „Liebe Freunde/-innen, Lest es selbst, und bildet Euch Eure eigene Meinung.“ Dann folgte die „Ansprache von Martin Hohmann, MdB, zum Nationalfeiertag, 3. Oktober 2003“.

Hohmann hatte in dieser Rede in einem historischen Exkurs über die russische Revolution nachzuweisen versucht, dass auch „die Juden“ mit einiger Berechtigung als „Tätervolk“ bezeichnet werden könnten.

Der vollständige Text ist unter www.spiegel.de abrufbar.

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