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Anton Schlecker: „Wir wollen keinen Ärger“

Firmenchef nimmt erstmals Stellung zu Lohndrücker-Vorwürfen / Rückzug der eigenen Zeitarbeitsfirma angekündigt / Drogeriekönig räumt geschäftliche Probleme ein / 500 Läden sollen dieses Jahr geschlossen werden

Anton Schlecker, Eigentümer der größten deutschen Drogeriekette, nimmt erstmals
öffentlich Stellung zu Vorwürfen der Gewerkschaft Verdi, er beute Mitarbeiter
aus. In einem Interview mit dem manager magazin (Erscheinungstermin: 22.
Januar) weist er die Behauptung zurück, dass sein Unternehmen Minilöhne von nur
6,50 Euro pro Stunde zahle. Schlecker: „Wir haben diesen Betrag mal angedacht,
aber davon ist jetzt keine Rede mehr.“

Konkret geht es um die Auslagerung von Stammpersonal in das
Zeitarbeitsunternehmen Meniar, wodurch die Stundenlöhne der Beschäftigten
sinken. Meniar hat Schlecker selbst 2009 gegründet. Diese Firma, so Schlecker,
„wendet seit 2010 die zwischen den DGB-Gewerkschaften und dem Interessenverband
Deutscher Zeitarbeitsunternehmen ausgehandelten Tarife an.“

Schlecker kündigte an, den Vertrag mit Meniar zu lösen. „Weil wir keinen Ärger
mit den Arbeitnehmervertretern wollen, werden wir unsere Verbindungen mit
Meniar beenden“, sagte er dem Wirtschaftsblatt. Allerdings sei der in der
Öffentlichkeit verbreitete Eindruck falsch, mit Meniar seien Tausende von
Verträgen abgeschlossen worden. „Meniar deckt nur Spitzen ab.“ Von den
insgesamt 52 000 Schlecker-Beschäftigten habe nur „ein sehr geringer Anteil“
einen Vertrag mit Meniar.

In dem manager-magazin-Interview räumt Schlecker geschäftliche Probleme ein.
„Seit 2004 verlieren wir in Deutschland an Umsatz“, sagte Schlecker. Recherchen
des manager magazins, wonach er 2007 und 2008 operativ rote Zahlen geschrieben
haben soll, wollte der Firmenchef nicht kommentieren, bestätigte aber, dass
viele Schwierigkeiten hausgemacht seien. „Wir haben nur kleinkarierte Sachen
ausprobiert. Heute wissen wir, dass wir unser gesamtes Geschäftsmodell umwälzen
müssen.“ Statt kleiner und enger Läden soll es künftig noch mehr große Märkte
geben. Damit sich die Geschäfte im bereits dicht besetzten deutschen Markt
nicht kannibalisieren, will Schlecker „dieses Jahr etwa 500“ kleine Läden
schließen. „Wir investieren derzeit klotzig“, versprach Schlecker, der
versicherte, dass keinerlei Bankschulden die Firma und deren Immobilien
belasteten.

Autoren:
Wolfgang Hirn, Telefon: 0 40/30 80 05-92
Ursula Schwarzer, Telefon: 0 40/30 80 05-20

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Kommunikation
Ute Miszewski
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