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Berlins Kultursenator Flierl: "Ein Schloss sollte man nicht klonen"

PDS-Politiker nennt geforderten Aufbau des Berliner Stadtschlosses "absurden Ablasshandel" / Wowereits Ankündigung, den Palast der Republik abzureißen, sei voreilig gewesen
Berlin, 24. Mai 2002 - Berlins Kultursenator Thomas Flierl (PDS) hat sich gegen die Rekonstruktion des Berliner Stadtschlosses und für den Erhalt von Teilen des Palastes der Republik ausgesprochen. In einem Interview mit SPIEGEL ONLINE erklärte Flierl: "Die Vergangenheit kann nicht rekonstruiert werden. Auch ein Schloss sollte man nicht klonen."

Zugleich sprach er sich für einen "zeitgenössischen" Neubau auf dem Schlossplatz aus, in den auch der Volkskammersaal, das Foyer oder der große Saal des Palastes der Republik integriert werden sollten. Die Erklärung von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), der Palast werde abgerissen, bezeichnete er als "voreilig".

Flierl plädierte für die Aufnahme des Hauses der Kulturen der Welt in den zukünftigen Bau, für den er auch einen Namensvorschlag präsentierte: Haus oder Bürgerforum des Wissens und der Kultur. Das Schloss als Akt der Wiedergutmachung dafür wieder aufzubauen, dass die SED die Reste des Baus nach dem Krieg sprengen ließ, lehnt Flierl ab: "Eine Auferstehung des Schlosses als gebauter Schlussstrich - das wäre ein absurder und wenig glaubhafter Ablasshandel."

Flierl erklärte gegenüber SPIEGEL ONLINE auch seine Vorstellungen über die Zukunft der Hauptstadtkultur: "Ich bin von dem Modell Wien angetan." Dort habe der Bund die Verantwortung für die Kultur des früheren Hofes übernommen. "Der Erhalt der früheren preußischen Kultureinrichtungen, des musealen Erbes Preußens und der Gedenkstätten für die Nazidiktatur und die politische Unterdrückung in der DDR sind jedenfalls nicht allein Sache des Landes Berlin."

Der vollständige Text ist unter www.spiegel.de abrufbar.

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