manager magazin

BHF-Bank liegt mit prominenten Kunden im Clinch

Streit um Immobilienanlage / Investor klagt gegen die Frankfurter Bank /
Früherer Bankchef Rupf unter den Anlegern

Der Frankfurter BHF-Bank droht erheblicher Ärger mit einer Reihe prominenter
Kunden, die Millionenbeträge in eine von der Bank initiierte Immobilienanlage
investiert haben. Wie das manager magazin in seiner neuen Ausgabe berichtet,
erhebt ein Anleger Klage gegen das Frankfurter Geldinstitut wegen falscher
Beratung (manager magazin Nr. 9/2006, Erscheinungstermin: 25. August 2006). Zu
den Investoren gehört auch der frühere persönlich haftende Gesellschafter der
BHF-Bank Wolfgang Rupf (64).

Hintergrund des Streits ist eine Anlage in Büroimmobilien in verschiedenen
westdeutschen Städten, die die BHF-Bank Anfang der 90er Jahre einem
ausgesuchten Kundenkreis offerierte. Zwei Dutzend vermögende Investoren
zeichneten daraufhin für insgesamt knapp 80 Millionen Mark Anteile an einer
„Office Immobilien KG“. Zu den Anlegern zählten unter anderem Eugen von Boch
(Villeroy & Boch), Daniela und Julian Fissler (Fissler Töpfe), die Familie
Bechtle (Bechtle Verlag), Ellinor Holland, die Verlegerin der „Augsburger
Allgemeinen Zeitung“ und die Lorenz Tucher’sche Stiftung. Auch der damalige
persönlich haftende Gesellschafter der BHF-Bank, Wolfgang Rupf, und dessen
Onkel Hugo Rupf, langjähriger Chef der Voith-Gruppe, investierten mehrere
Millionen Mark.

Trotz der damals guten Referenzen – unter anderem war Siemens-Nixdorf
langjähriger Mieter der Immobilien – droht der „Office Immobilien KG“ heute die
Insolvenz. Ein Verkauf der Gebäude würde vermutlich gerade ausreichen, um die
Verbindlichkeiten der Gesellschaft zu tilgen.

Mehrere erzürnte Anleger verlangen deshalb Rechenschaft von der BHF-Bank, die
mittlerweile dem Kölner Privatbankhaus Sal. Oppenheim gehört. Ein Investor
verklagt die Bank sogar wegen fehlerhafter Anlageberatung. Das Geldhaus habe
die Kunden nicht ausreichend über die Risiken des Investments aufgeklärt. Die
BHF-Bank weist die Anschuldigungen zurück. Eine solche Entwicklung, entstanden
durch die ungünstige Lage auf dem deutschen Immobilienmarkt, gehöre zu den
Risiken einer unternehmerischen Beteiligung.

Autor: Ulric Papendick
Telefon: 040/308005-79

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Kommunikation
Eva Wienke
Telefon: 040/3007-2320
E-Mail: Eva_Wienke@manager-magazin.de

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