Harvard Business Manager

"Big Data ist ein Ausdruck von Unsicherheit"

Der dänische Markenexperte Martin Lindstrom hält die Aussagekraft großer Datenmengen für überbewertet.

Im Marketing, so fordert er im Interview mit dem Harvard Business Manager, muss wieder mehr Kreativität Einzug halten.

Martin Lindstrom wurde mit seinem Bestseller "Buyology: Warum wir kaufen, was wir kaufen" weltbekannt. Ende März erscheint sein neues Buch "Small Data". Die zentrale These beschreibt er in einem Interview in der neuen Ausgabe des Harvard Business Managers (Erscheinungstermin: 15. März): "Big Data allein ist nutzlos", betont er. "Im Grunde handelt es sich nur um eine Ansammlung von Daten, in denen Sie nach Korrelation suchen, aber nicht nach Kausalität – was sinnvoller wäre." Statt stumpf große Mengen an Daten auszuwerten, sollten Marketingleute besser wieder ihr wahres Talent nutzen: Kreativität.
Lindstrom empfiehlt, nach "Small Data" zu suchen – Hinweisen und Erkenntnissen, die zunächst unbedeutend erscheinen. Er selbst hat für sein neues Buch in den Wohnungen von 2000 Konsumenten auf der ganzen Welt gelebt, um ihr Verhalten zu beobachten. "Ich kann sagen, wie ein Schlafzimmer aussieht, bevor ich es gesehen habe", erklärt er. "Ich erkenne all diese kleinen Datenpunkte. Es ist eine systematisierte Art der Intuition." Lindstrom rät Marketingverantwortlichen, sich nicht mehr hinter Datenanalysen auf dem Bildschirm zu verstecken. "Sie müssen den Computer verlassen, sich die Hände schmutzig machen und bei Verbrauchern einziehen."

Hamburg, 14. März 2016

Harvard Business Manager
Kommunikation
Michael Grabowski
Telefon: 040 3007-2727
E-Mail: michael.grabowski@harvardbusinessmanager.de

Weitere Pressemeldungen

Alle Leserinnen und Leser können sich im Oktober auf eine vielseitige Literaturberichterstattung beim SPIEGEL freuen. Der digitale SPIEGEL präsentiert…
Mehr lesen
Das Nachrichten-Magazin für Kinder wird von 302.000 Mädchen und Jungen zwischen sechs und 13 Jahren gelesen
Mehr lesen