DER SPIEGEL

„Bild“ verzichtet weitgehend auf Berichte über Selbstmorde

Rundschreiben an alle Mitarbeiter / Chefredaktion entscheidet über jeden Einzelfall
– Die größte deutsche Boulevardzeitung „Bild“ will in Zukunft wesentlich restriktiver mit der Berichterstattung über Selbstmorde umgehen als bisher. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE verschickte die Chefredaktion in Hamburg am 1. Juli 2003 deshalb einen Rundbrief an alle Mitarbeiter.

Darin wird eine „Anweisung der Chefredaktion“ mitgeteilt: „Ab sofort findet in Bild keine Berichterstattung über Selbstmorde statt.“ Nur bei „spektakulären Fällen“ könne berichtet werden. In jedem Fall sei darüber aber die Chefredaktion in Hamburg zu informieren, so das Rundschreiben.

„Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann bestätigte die neue Linie des Blattes. Er selber habe sich über einen Bericht so sehr geärgert, dass er das Thema auf einer Konferenz zur Sprache gebracht habe, sagte er SPIEGEL ONLINE. „Ich wollte die Mitarbeiter noch einmal für die Problematik sensibilisieren“, begründete er das Rundschreiben.

Diekmann betonte, dass auch in Zukunft in „Bild“ über wichtige oder spektakuläre Suizid-Fälle wie den Todessprung von Jürgen W. Möllemann berichtet würde. Gleichzeitig gestand der Chefredakteur aber ein, dass man in der Vergangenheit einige Berichte in „Bild“ lesen konnte, die man sich „durchaus hätte sparen“ können. Erst im Juni 2003 war „Bild“ durch den Presserat wegen eines Berichts über einen Suizid gerügt worden.

Der vollständige Text ist unter www.spiegel.de abrufbar.

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