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Börsenbarometer: Siemens-Chef Klaus Kleinfeld hat Vertrauen der Aktionäre verloren

Deutschlands Privatanleger lehnen vollständige Übernahme von Volkswagen durch Porsche ab / Mehrheit für Aufspaltung von Daimler und Chrysler / Repräsentative manager-magazin-Umfrage unter privaten Aktionären

Das Vertrauen, das Deutschlands Privatanleger Siemens-Chef Klaus Kleinfeld (49)
entgegenbringen, ist in den vergangenen Monaten massiv gesunken. Waren vor drei
Monaten noch 52 Prozent der von manager magazin befragten Aktionäre der
Meinung, dass Kleinfeld den Wert seines Unternehmens nachhaltig steigern kann,
sind es Mitte November nur noch 28 Prozent. Dies ist das Ergebnis einer
repräsentativen Umfrage unter deutschen Aktionären, die das Bielefelder
Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid exklusiv für manager magazin durchgeführt
hat (Erscheinungstermin: 15. Dezember 2006). Hintergrund für den
Popularitätsverlust des Siemens-Vormanns dürften der missratene Verkauf der
Handysparte und die gegen den Konzern erhobenen Korruptionsvorwürfe sein.

Ähnlich klar ist die Meinung der Aktionäre zu einer möglichen Komplettübernahme
des Volkswagen-Konzerns durch den Sportwagenbauer Porsche. 75 Prozent der
Befragten halten eine 30-Prozent-Beteiligung von Porsche an VW für ausreichend,
da Porsche auf diese Weise zusammen mit Niedersachsen, dem zweiten
Großaktionär, eine ausreichende Mehrheit für den gegenwärtigen Sanierungskurs
habe. Lediglich 19 Prozent halten eine vollständige Übernahme für sinnvoll.

Gut acht Jahre nach dem Kauf von Chrysler durch den Daimler-Konzern scheinen
Deutschlands Aktionäre die Geduld mit dem transatlantischen Unternehmensverbund
zu verlieren. 56 Prozent sind für eine Trennung der beiden Autofirmen, nur 41
Prozent votieren für den Fortbestand von DaimlerChrysler.

Gespalten ist das Meinungsbild, was die Zukunft der Deutschen Börse anlangt.
Nach dem Scheitern des Zusammenschlusses mit dem Pariser Börsenverbund
Euronext, glauben mit 48 Prozent weniger als die Hälfte der Aktionäre, dass die
Deutsche Börse ihre Marktposition auch im Alleingang halten kann, 44 Prozent
sind der Ansicht, dass die Deutsche Börse Marktanteile gegen das Bündnis aus
New York Stock Exchange und Euronext verlieren wird.

Autor: Dietmar Palan
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