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Bosch-Chef Franz Fehrenbach: Der Technologiestandort Deutschland ist in Gefahr

Franz Fehrenbach, Chef des weltweit führenden Autozulieferers Bosch, schlägt
Alarm für den Technologiestandort Deutschland: „Die Innovationsbasis bröckelt“, sagte er in einem Interview mit manager magazin (Erscheinungstermin: 23. Juli 2004). „Das Ausland holt mächtig auf, nicht mehr nur als Fabrikationsstätte, sondern auch als Know-how-Region.“ Deutschland hingegen falle bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) zurück: „Vor allem haben wir zunehmend Probleme mit der Umsetzung von Innovationen.“

Ausdrücklich schloss Fehrenbach die Wirtschaft in seine Kritik ein; deutsche Unternehmen hatten 2003 erstmals seit 1992 ihre F&E-Budgets reduziert. „Viele Unternehmen sehen keine ermunternden Zukunftsperspektiven für dieses Land und zögern deshalb, Geld für Forschung und Entwicklung zu investieren.“ Von der Politik forderte Fehrenbach „jetzt ein Zeichen“ zu setzen: „Sie muss den Menschen zeigen, dass sie es mit den Reformen in Staat und Gesellschaft wirklich ernst meint und bereit ist, dauerhaft mehr für Bildung und Forschung auszugeben.“

Insbesondere bei der Ausbildung hoch qualifizierter Nachwuchskräfte sieht Fehrenbach Schwächen: „Wir sehen schon heute Engpässe bei gutem Nachwuchs, vor allem bei Ingenieuren. In Deutschland gibt es jährlich rund 33 000 Absolventen, in China erreichen jetzt schon 400 000 diesen Abschluss.“

Autor: Henrik Müller
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