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BP bündelt Europa-Töchter/Juristischer Sitz der neuen Gesellschaft

Der Ölkonzern BP baut sein europäisches Geschäft mit Tankstellen und Raffinerien grundlegend um. Der Standort Deutschland, als größter Absatzmarkt Europas, wird gestärkt.

– Am 30. April gründet der britische Multi die BP Europa SE mit Sitz in Hamburg, wie die Online-Ausgabe des manager magazins aus Unternehmenskreisen erfuhr. In der neuen Gesellschaft werden Tankstellen- und Raffinerieaktivitäten in – zunächst – fünf europäischen Ländern zusammengefasst. Die Landesgesellschaften in Österreich, Polen, Belgien und den Niederlanden werden auf die Deutsche BP AG, die gleichzeitig die Rechtsform einer SE annimmt, verschmolzen. Als BP Europa SE wird die neue Firma dann in Hamburg ins Handelsregister eingetragen.

Der Schritt ist Teil des umfassenden Konzernumbaus von BP-Chef Tony Hayward (52), der 2007 an die Spitze des drittgrößten Ölkonzerns der Welt gerückt war. Die SE soll mehr sein als eine reine Holding; sie soll die operativen Geschäfte führen. Mit dieser Fusion will Hayward Komplexitäten verringern, unternehmensinterne Hemmnisse abbauen und so Kosten sparen.

Geführt wird die Gesellschaft von Bochum aus, wo die Hauptverwaltung der Deutschen BP sitzt. Vorstandsvorsitzender der neuen Gesellschaft wird Uwe Franke (61), der Chef der Deutschen BP AG. Im sechsköpfigen Managementteam sitzen außerdem die Deutschen Ludger Dohm (Finanzen) und Michael Schmidt (Personal). Der Belgier Guy Moeyens, der das Kraftstoffgeschäft in der sogenannten Rheinschiene leitet, gilt als neuer starker Mann im Vorstand. Er soll, heißt es im Konzern, Franke nachfolgen, wenn der voraussichtlich 2012 ausscheiden wird. Einen operativ wichtigen Posten hat auch der BP-Manager Jose Gomez inne. Er ist Chef des internationalen Raffineriegeschäfts und damit auch für den wichtigen Standort Rotterdam zuständig.

Den zwölfköpfigen Aufsichtsrat mit je sechs Kapital- und Arbeitnehmervertretern soll Wilhelm Bonse-Geuking (68) führen, derzeit Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen BP. Die Mandate der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat werden im Verhältnis der Mitarbeiter auf die Länder verteilt. Für Deutschland sind in dem Gremium der Konzernbetriebsratsvorsitzende der Deutschen BP AG, Wolfgang Petrikowski sowie Michael Flegel (Gesamtbetriebsratschef BP Oil Marketing) und der frühere IG-BCE-Vorsitzende Hubertus Schmoldt vertreten.

Noch im Laufe des Jahres sollen die BP-Gesellschaften in der Schweiz und in Luxemburg ebenfalls Teil der SE werden. Über weitere Mitglieder wollen die BP-Oberen später entscheiden. Möglicherweise wird auch das BP-Stammland Großbritannien dazugehören. In den 90er Jahren hatte BP schon einmal versucht, das europäische Geschäft zu bündeln. Die Briten verweigerten sich.

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