DER SPIEGEL

„Bremer Taliban“ soll in Guantanamo sexuell gedemütigt und geschlagen worden sein

Anwalt von Murat Kurnaz wirft Amerikanern „moralischen Abgrund“ vor

– Gegenüber seinen Anwälten hat der seit drei Jahren im US-Gefangenenlager Guantanamo Bay inhaftierte Murat Kurnaz schwere Anschuldigungen erhoben. Der Deutsch-Türke aus Bremen beschuldigt Vernehmungsbeamte des US-Militärs, ihn sexuell gedemütigt und geschlagen zu haben, sagte sein Verteidiger Bernhard Docke zu SPIEGEL ONLINE.

Sein Mandant habe davon berichtet, dass er von „drei Frauen in Spitzen-BHs und -Höschen in einer hilflosen Position sexuell stimuliert“ worden sei. Kurnaz sei „von den leicht bekleideten Frauen angekettet und angemacht“ worden. Sie sollen ihm erzählt haben, wie „attraktiv er sei und ihm vorgemacht haben, sie könnten nun gemeinsam Spaß haben“, berichtete der Rechtsanwalt.

Als Kurnaz sich abgewendet habe, soll sich eine der Frauen auf seinen Schoß gesetzt, eine andere ihre Brüste an ihm gerieben und die Dritte sich seinem Schritt genähert haben. Als er eine der Frauen trotz seiner Fesseln habe abschütteln können, sei eine „spezielle Schlägertruppe“ in seine Zelle gestürmt und habe den „renitenten“ Gefangenen geschlagen, sagte Docke weiter zu SPIEGEL ONLINE.

„Wie verstörend alles das auf jemanden wirkt, der seit drei Jahren in absoluter Isolation gehalten wird, kann man sich leicht vorstellen“, fügte Kurnaz’ Verteidiger hinzu. Zudem müsse man bedenken, dass sein Mandant mit seiner streng religiösen Einstellung in dieser Situation „besondere Verletzlichkeit“ gezeigt habe. Docke bezeichnete die Schilderungen seines Mandanten als einen „moralischen Abgrund“, der sich in dem US-Gefängnis aufgetan habe. Der Anwalt verwies auf den moralischen Aufstand in den USA, als die Sängerin Janet Jackson in der Öffentlichkeit lediglich ein paar Sekunden eine Brustwarze entblößt habe.

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