manager magazin

Burda: Gewinne gestiegen, Einnahmen gesunken

Das Münchener Medienhaus verbuchte 2009 einen Umsatzrückgang von 9,3 Prozent / Digitalgeschäft floriert

Der Burda-Verlag („Bunte“, „Focus“, „Elle“) hat im Geschäftsjahr 2009 einen
empfindlichen Umsatzrückgang hinnehmen müssen: Die Einnahmen sanken um
9,3 Prozent auf 1,59 Milliarden Euro. Dies berichtet das manager magazin in
seiner am Freitag, 25. Juni, erscheinenden Ausgabe. Das in München und
Offenburg ansässige Unternehmen hat vor allem unter der Konjunktur- und
Medienkrise gelitten, die zu erheblich schrumpfenden Werbeerlösen geführt hat.
„Wir haben mitgelitten, das war nicht anders zu erwarten“, sagt Paul-Bernhard
Kallen (53), der seit Anfang des Jahres amtierende Vorstandschef von Burda. Im
manager magazin äußert er sich zum ersten Mal öffentlich in seiner neuen Rolle.

In vier von fünf Geschäftsfeldern verbuchte Burda Umsatzrückgänge. Der
Geschäftsbereich Verlage Inland setzte 2009 nur noch 606 Millionen Euro um,
dies entspricht einem Einnahmeverlust von 80,8 Millionen Euro. Die höchsten
prozentualen Rückgänge verzeichneten die Sparten Ausland (Umsatz: 342,8
Millionen Euro) und Druck (123,8 Millionen Euro) mit einem Minus von jeweils
über 18 Prozent. Kräftiges Wachstum (11,6 Prozent) verbuchte dagegen das
Digitalgeschäft: Hier erzielte Burda 2009 einen Umsatz von 379 Millionen Euro.
In Kürze soll Beteiligungsmanager Jörg Lübcke (47) zum Co-Geschäftsführer des
Bereichs befördert werden.

„Ein Umsatzrückgang von gut 9 Prozent war eine Menge“, so Kallen gegenüber dem
manager magazin. Alle Sparten hätten allerdings einen „vernünftigen“ Gewinn
erzielt, der „sehr deutlich über dem des Vorjahres“ gelegen habe. Die nicht
veröffentlichte Umsatzrendite, berichtet das manager magazin, sei von etwa 8
Prozent im Vorjahr auf über 10 Prozent gestiegen.

Im vergangenen Jahr investierte Burda 211 Millionen Euro. Es war das
drittgrößte Investitionsprogramm der Firmengeschichte. Rund 50 Millionen Euro
flossen allein in eine Beteiligung am Karriere-Netzwerk Xing, die inzwischen
auf rund 29 Prozent erhöht worden ist. Eine weitere Aufstockung wird nicht
ausgeschlossen: „Es ist ein schönes Investment. Es passt gut zu uns. Wir gucken
uns das in Ruhe an.“ (Kallen) Im laufenden Geschäftsjahr will Burda 150
Millionen Euro investieren. Der Umsatz werde sich aller Voraussicht nach bis
Ende des Jahres um 4 bis 6 Prozent erhöhen, getragen wiederum vor allem vom
Wachstumstreiber Internet. Im Stammgeschäft rechnet Burda auch 2010 mit leicht
rückläufigen Einnahmen.

Deutlich reduzieren hingegen will das Unternehmen die Internet-Aktivität seiner
Verlage: Es sei sinnlos, so der Verlagsvorstand Philipp Welte (48), „hohe
Beträge in Produkte zu investieren, die keine Chance haben, jemals Gewinne zu
machen“.

Wie das manager magazin weiter berichtet, erhöht das neue Führungsduo, das
Anfang dieses Jahres den Alleineigentümer Hubert Burda (70) an der Firmenspitze
abgelöst hat, die wirtschaftlichen Anforderungen spürbar. Man werde „noch mehr
auf die Performance achten“, so Kallen, und „normalere Prozesse aufsetzen, als
es in Familienunternehmen manchmal der Fall ist“. Dies gilt auch und besonders
für das Stammgeschäft: „Wenn ein Produkt keinen Markt findet“, sagt Welte, „ist
das unternehmerisch keine große Sache. Wir müssen lernen, dass Zeitschriften
nicht für die Ewigkeit gemacht sind.“

Der stellvertretende Finanzvorstand Holger Eckstein (46) soll bereits zum 1.
Juli und nicht wie ursprünglich vorgesehen erst im kommenden Jahr zum
ordentlichen Vorstandsmitglied ernannt werden.

Autor: Klaus Boldt
Telefon: 001/212 794-0342

manager magazin
Kommunikation
Stefanie Jockers

Telefon: 040/3007-3036
E-Mail: stefanie_jockers@manager-magazin.de

Weitere Pressemeldungen