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Continental/Schaeffler: Schaeffler will Fusion mit Conti aufschieben

Der geplante Gemeinschaftskonzern der beiden Automobilzulieferer Continental und Schaeffler ist wieder in Frage gestellt.

Conti-Spitze konzentriert sich daraufhin auf eigenständige Zukunft

– Der geplante Gemeinschaftskonzern der beiden
Automobilzulieferer Continental und Schaeffler ist wieder in Frage gestellt.
Bei einem Treffen der Unternehmensspitzen am vergangenen Mittwoch schlug
Schaeffler vor, beide Konzerne sollten sich für die nächsten zwölf Monate auf
die Lösung ihrer eigenen Probleme konzentrieren. Das erfuhr das
Wirtschaftsportal manager magazin Online aus Verhandlungskreisen. Die aktuelle
Situation erfordere jeweils eine so hohe Aufmerksamkeit, dass eine
Konzentration auf die Fusion oder Integration beider Unternehmen derzeit kaum
möglich sei.

Conti-Kreise interpretierten den Vorschlag so, dass Schaeffler offenbar größere
Probleme im operativen Geschäft habe. Bei Schaeffler dagegen hieß es, wenn es
zu einer Verzögerung komme, dann habe das einen anderen Grund: „Conti hat seine
Hausaufgaben nicht vernünftig gemacht.“ Schaeffler benötige zusätzliche
Informationen über die Situation in Hannover.

Die Unternehmensberatung Roland Berger arbeitet derzeit im Auftrag der
Commerzbank an einem Konzept für ein Zusammengehen von Conti und Schaeffler.
Die Bank ist Schaefflers wichtigster Gläubiger. Sie favorisiert ein Konzept,
nach dem Schaeffler in die Continental AG integriert werden soll. Anschließend
würde sich der neue Konzern über den Finanzmarkt frisches Kapital besorgen.
Auch Conti-Aufsichtsratschef Rolf Koerfer, gleichzeitig wichtigster
Schaeffler-Berater, hat sich für einen Zusammenschluss der Unternehmen
ausgesprochen.

Der Anteil der Schaeffler-Familie am Gesamtkonzern würde nach einer
Kapitalerhöhung jedoch abhängig von Unternehmensbewertung und Wohlwollen der
Banken auf wahrscheinlich weniger als 20 Prozent sinken. Schaeffler hält
derzeit 49,9 Prozent an Conti und hat weitere 40 Prozent der Anteile bei Banken
geparkt. Der Konzern ist durch die Übernahme seit Monaten in akuter Finanznot.
Die allgemeine Krise der Autoindustrie hat die Lage weiter verschärft. Ebenso
wie Conti schrieb Schaeffler im ersten Quartal rote Zahlen. Gemeinsam kommen
Schaeffler und Conti auf eine Verschuldung von mehr als 20 Milliarden Euro.

Nachdem sich die Schaeffler-Spitze am Mittwoch für einen Aufschub aussprach,
plant Conti-Chef Karl-Thomas Neumann wieder stärker für eine eigenständige
Lösung. Neumann will bis Ende Juli ein Konzept präsentieren, wie Conti die
aktuelle Krise bewältigen kann.

Der vollständige Text ist abrufbar unter:
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,632040,00.html

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Michael Freitag
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