DER SPIEGEL

Corporate-Governance-Experte Baums fordert Reform der Mitbestimmung

Der Frankfurter Bankenrechtler warnt vor Nachteilen für deutsche Unternehmen

– Die Mitbestimmung der Arbeitnehmer in deutschen Aufsichtsräten müsse reformiert werden, fordert Theodor Baums, Leiter des Lehrstuhls für Bankrecht an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE erklärt der Corporate-Governance-Experte, die paritätische Besetzung der Kontrollgremien werde vor allem bei Zusammenschlüssen von Konzernen immer häufiger als Nachteil wahrgenommen.

„Wenn es um Fusionen der großen deutschen Konzerne geht, wenn es darum geht, den künftigen Standort für die Holding zu definieren, wird die Entscheidung in diesem Punkt immer gegen Deutschland ausfallen“, sagt Baums.

Den größten Handlungsbedarf sieht der Jurist bei der Einbindung von externen Gewerkschaftsvertretern. Bei großen Gesellschaften besetzen diese bis zu drei Sitze im Aufsichtsrat. „Was berechtigt diese Leute, den Vorstand eines Unternehmens zu kontrollieren, ohne hierzu von den Aktionären oder von der Belegschaft gewählt zu sein?“ Baums weiter: „Es stellt sich die Frage, ob ihre Entsendung sinnvoll ist. Ich würde sagen: nein.“

Der Wissenschaftler fordert kleinere Aufsichtsräte, um die Unternehmenskontrolle effizienter zu gestalten. Auch sollte die Besetzung künftig auf einer Verhandlungslösung mit der Belegschaft beruhen und nicht wie bisher auf zwingenden gesetzlichen Vorgaben.

Deutlich distanziert sich Baums von BDI-Präsident Michael Rogowski, der die paritätische Mitbestimmung jüngst als „Irrtum der Geschichte“ bezeichnete. „Diesen Verbalradikalismus des BDI teile ich nicht. Die These vom ‚Irrtum der Geschichte’ halte ich für völlig verfehlt. Sie trägt sicher nicht zur Debatte bei“, sagt Baums.

Der vollständige Text ist unter www.spiegel.de abrufbar.

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