DER SPIEGEL

CSU-Klausur in Rom

Applaus im Flugzeug für Stoiber-Schelte

– Auf dem Flug der CSU-Landtagsfraktion nach Rom hat
es im Flugzeug massive Kritik der Abgeordneten an ihrem Parteichef Edmund
Stoiber gegeben, berichtet SPIEGEL ONLINE. Fraktionschef Herrmann erhob sich
von seinem Sitz und stimmte eine Begrüßungsansprache an, die aber mehr einer
Kritik am nebenan sitzenden Parteichef Stoiber gleichkam. „Es gab in letzter
Zeit Irritationen“, sagte Herrmann dabei. „Wenn Bayern Bayern bleiben soll,
dann muss sich was ändern.“

Bayerns Innenminister Günter Beckstein, der sich Hoffnungen auf Stoibers
Nachfolge gemacht hatte, sagte zu SPIEGEL ONLINE, im Flugzeug habe es für
Herrmann „einen Riesen-Applaus gegeben“, er habe kritische Stimmen in seine
Rede aufgenommen, „und ich habe mich da sehr wohl gefühlt“, so Beckstein.

Kritik kommt auch von der stellvertretende CSU-Vorsitzenden Barbara Stamm. Sie
könne zwar Stoibers Rückzieher vom Wechsel nach Berlin „menschlich verstehen,
politisch mache ich aber ein Fragezeichen“. Es gehe jetzt darum, „gemeinsam mit
Edmund Stoiber die Zukunft in Bayern zu gestalten“, so Stamm, die das Adjektiv
„gemeinsam“ ganz besonders betonte.

Der fränkische Abgeordnete Gerhard Wägemann zeigte sich „massiv genervt“ vom
Parteichef. Im Gegensatz zu Stamm wollte er sich im Blick auf die
Landtagswahlen 2008 in Bayern nicht auf einen Kandidaten Stoiber festlegen:
„Also das geht nicht mehr.“ Mit Stoibers Hin und Her zwischen Berlin und
München sei eine „Grenze überschritten, wir haben ja schon viel mitgemacht“,
aber immer alles nur über die Medien zu erfahren, das laufe nicht mehr, so
Wägemann. Von der Basis seines Wahlkreises höre er „harsche Kritik“, er habe
„den Auftrag, das hier in Rom auch kundzutun“.

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