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Daimler: Konzernchef Zetsche will Produktion bis 2020 verdoppeln

Absatz soll auf bis zu 2,7 Millionen Pkw steigen / Truck-Chef Renschler fordert 10 Prozent Rendite

Daimler-Chef Dieter Zetsche will den Absatz der Nobelmarke Mercedes bis 2020
verdoppeln. Zetsche halte eine solche Steigerung für notwendig, um der weltweit
führende Hersteller von Premiumautos zu werden, berichtet das manager magazin
in seiner neuesten Ausgabe (Erscheinungstermin: 20. Januar). Zetsche hatte im
September das Ziel ausgegeben, Mercedes müsse 2020 mehr Autos verkaufen
und gleichzeitig profitabler sein als die Hauptrivalen BMW und Audi. Die Nobelmarke
müsse dazu 2020 wahrscheinlich bis zu 2,7 Millionen Pkw verkaufen, heißt es in
Konzernkreisen. Als Gewinnziel sei eine Umsatzrendite von mehr als 10 Prozent
vorgegeben.

2011 hatte Mercedes 1,36 Millionen Autos verkauft, rund 300 000 weniger als der
Rivale aus München. Die Mercedes-Rendite lag ebenfalls deutlich unter dem
BMW-Ergebnis. Im März will der Mercedes-Vorstand über die Strategie beraten,
mit der das Unternehmen die Ziele erreichen könnte. Derzeit diskutieren mehrere
Teams Konzepte für die unterschiedlichen Regionen. Der Vertrieb geht davon aus,
dass Mercedes beispielsweise in Europa 2020 rund 900 000 Autos verkaufen
müsste, um Premiumanbieter Nummer eins zu werden.

Um die Verdoppelung zu ermöglichen, will Zetsche auch neue Werke bauen. So
plane er zusätzliche Fabriken in China und Nordamerika, berichten Topmanager.
In dem Werk in den USA oder Mexiko solle ab 2017 oder 2018 gemeinsam mit
Nissan die nächste Generation der A-Klasse gebaut werden.

Auch Daimlers Truck-Chef Andreas Renschler hat intern die Ziele deutlich
angezogen. Er fordere eine Umsatzrendite (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) von
10 Prozent, berichten Vertraute. Bislang hatte das Unternehmen stets ein Ziel
von 8 Prozent genannt. Renschler wolle unbedingt den zuletzt überlegenen
schwedischen Konkurrenten Volvo überflügeln, heißt es in Stuttgart. Er habe
deshalb den Schlachtruf „Beat Volvo!“ (Besiegt Volvo!) ausgegeben.

Renschler erwäge derzeit, die Mehrheit am russischen Lkw-Hersteller Kamaz zu
übernehmen, berichten Topmanager weiter. Damit wolle er Daimlers Position auf
einem der wichtigsten Wachstumsmärkte stärken. Derzeit hält der Stuttgarter
Truckbauer 15 Prozent an Kamaz.

Autor: Michael Freitag
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