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Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK): Vorzeitiger Wechsel im Vorstand

Bei der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) zeichnet sich ein vorzeitiger – und wahrscheinlich vollständiger – Wechsel des Vorstands ab. Das berichtet das Hamburger manager magazin in seiner nächsten Ausgabe (Erscheinungstermin: 21. März 2003).

Hintergrund ist eine Neuwahl des Vorstandsvorsitzenden bei der DAK: Bereits Ende Februar war Herbert Rebscher (48), derzeit noch Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Angestellten Krankenkassen (VdAK), zum künftigen Leiter der DAK gewählt worden. Offiziell soll er das höchste Amt erst zum 1. Februar 2006 übernehmen, wenn der derzeitige Positionsinhaber Hansjoachim Fruschki (62) die Altergrenze erreichen wird. Rebscher geht jedoch davon aus, dass „alle wichtigen Personalentscheidungen bis Ende 2004 gefallen sein werden“. Das heißt, dass er vorzeitig auf den Chefsessel rückt.

Einen ersten Etappensieg im vorstandsinternen Verdrängungswettbewerb kann Rebscher schon jetzt verbuchen: Seinen Dienst in der Hamburger DAK-Zentrale beginnt er am 1. Oktober. Dann übernimmt er sogleich die strategisch wichtigen Bereiche für Leistungen, Mitglieder und Verträge. Die werden bislang vom derzeitigen Vorstands-Vize Eckhard Schupeta (63) betreut. Es gilt als sicher, dass Schupeta im Oktober in den vorgezogenen Ruhestand gehen wird.

Die Krise der DAK ist hausgemacht: Bei der mit 5,3 Millionen Mitgliedern zweitgrößten Anstalt der Gesetzlichen Krankenversicherung decken die Einnahmen nicht mehr die Ausgaben. Die Körperschaft verbuchte im vergangenen Jahr ein Minus von 423 Millionen Euro. Hauptgrund hierfür ist der Mitgliederschwund: Im vergangenen Jahr verlor die DAK 170.000 Zahler. Die kündigten vor allem wegen der hohen Beiträge: Derzeit zahlen DAK-Versicherte 15,2 Prozent vom Bruttogehalt, den höchsten Prämiensatz aller Ersatzkassen. Die jüngste Beitragserhöhung hatte der DAK-Vorstand zum Jahreswechsel durchgesetzt – was den unheilvollen Trend eher noch beschleunigte.

Die Querelen in der DAK-Chefetage währen schon Monate: Im Dezember war Personalvorstand Martin Ammermüller (60) bei seiner routinemäßigen Wiederwahl überraschend durchgefallen und musste folglich die Kasse verlassen.

Autor: Dr. Michael O. R. Kröher
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Hamburg, 20. März 2003

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