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Deutsche Bahn: Geheimer Streit mit Ex-Vorständen um Schadensersatz

Die Deutsche Bahn hat jetzt einen mehrere Jahre dauernden Rechtsstreit gegen
zwei ehemalige Vorstandsmitglieder beendet. Sie beschuldigte den früheren
Einkaufschef Wolfgang Gemeinhardt (65) und Ex-Güterbahnvorstand Eberhard
Sinnecker (66), bei einem dubiosen Geschäft mit Waggons pflichtwidrig gehandelt
zu haben. Das berichtet manager magazin in seiner neuesten Ausgabe
(Erscheinungstermin: 23. September 2005). Die Bahn verklagte beide Manager auf
29 Millionen Euro Schadensersatz. Jetzt endet der Streit – ebenfalls von der
Öffentlichkeit abgeschirmt – mit einem Vergleich. Die Manager-Haftpflichtversicherung der Beschuldigten zahlt der Deutschen Bahn 4,5 Millionen Euro Regress, die Bahn lässt ihre Klage beim Berliner Landgericht fallen.

Hintergrund der Affäre ist ein fragwürdiges Geschäft aus dem Jahr 1997. Die
Bahn verkaufte mehrere tausend Spezialwaggons für 17 Millionen Mark an eine
Leipziger Firma. Später mietete sie die Wagen für 18 Millionen Mark jährlich
zurück und halbierte zudem nachträglich den Kaufpreis. Die Bahn hielt den
verantwortlichen Vorständen Gemeinhardt und Sinnecker vor, einige für die
Transaktionen erforderliche Vorstandsbeschlüsse nicht eingeholt zu haben. Durch
einen zu billigen und zudem unsinnigen Verkauf, eine zu hohe Rückmiete und
einen unberechtigten Kaufpreisnachlass sei die Bahn um 29 Millionen Euro
geschädigt worden.

Mit ihrem Vergleich haben sich die streitenden Parteien zu Stillschweigen über
die Affäre verpflichtet. Im gleichen Fall hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt
am Main Klage gegen Ex-Bahnvorstand Gemeinhardt wegen schwerer Untreue in zwei
Fällen erhoben. Ob ein Prozess eröffnet wird, ist noch nicht entschieden.

Autor: Michael Machatschke
Telefon: 040/308005-37

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