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Deutsche Justiz stellt Auslieferungsantrag für „Commander Robot“

Jolo-Geiselnehmer soll in Göttingen vor Gericht / Ex-Geisel Wallert gegen Auslieferung

Berlin, 16. Dezember 2003
Rund eine Woche nach der Festnahme des Geiselnehmers „Commander Robot“ auf den Philippinen hat sich die Göttinger Staatsanwaltschaft nach Informationen von SPIEGEL ONLINE zu einem Versuch entschlossen, den Anführer der Jolo-Geiselnehmer nach Deutschland zu holen. Auf Bitten des niedersächsischen Justizministeriums soll das Auswärtige Amt (AA) ein entsprechendes Auslieferungsgesuch in Manila stellen.

Galib Andang, der sich selbst gern als „Commander Robot“ bezeichnete, hatte im Jahr 2000 mit anderen Mitgliedern der Guerilla-Truppe Abu Sayyaf mehrere Tauch-Touristen wochenlang gefangen gehalten. Unter den Entführten war auch die Göttinger Familie Wallert, die erst nach vielen Wochen aus der Geiselhaft im Busch frei kam. Drei Jahre nach dem Geisel-Drama konnte die Polizei „Commander Robot“ vor rund einer Woche nach einem Feuergefecht festnehmen.

Seit der Festnahme war über eine Auslieferung nach Deutschland spekuliert worden, da seit April 2000 bei der Staatsanwaltschaft Göttingen ein gültiger Haftbefehl gegen „Commander Robot“ vorlag. Trotz der aktuellen Bemühungen ist man sich weder bei den Fahndern noch in den beteiligten Ministerien sicher, dass es tatsächlich zu einem deutschen Verfahren gegen den Rebellen kommt, da es zwischen den Philippinen und Deutschland keinen Auslieferungsvertrag gibt.

Das Geisel-Opfer Werner Wallert spricht sich indes gegen die Auslieferung nach Deutschland aus. Zwar verdiene „Commander Robot“ eine harte Strafe für die Geiselnahme, sagte Wallert SPIEGEL ONLINE. „Ein deutscher Knast wäre nicht das Richtige“, sagte der Göttinger Lehrer, „da würde er sich doch fühlen wie in einem Luxus-Hotel“.

Der vollständige Text ist unter www.spiegel.de abrufbar.

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