DER SPIEGEL

Deutsche Medienaufseher genehmigen Porno-Angebote im Fernsehen

Einzelabruf von „Vollerotik-Filmen“ ab 2004 bei Premiere / Zweite Smart Card soll Jugendschutz sichern


Im deutschen Fernsehen können nach einer Entscheidung der Medienaufsicht erstmals offiziell und legal pornografische Angebote ausgestrahlt werden. Sie sollen ab Anfang 2004 im Einzelabruf über den Bezahl-TV-Sender Premiere erhältlich sein. Bisher durfte Premiere lediglich Softporno-Programme anbieten.

Die Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) hat die Programme nach Informationen von SPIEGEL ONLINE in ihrer Sitzung am 17. Dezember grundsätzlich genehmigt. Zuvor hatte bereits die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) ihre Zustimmung erteilt. Der Start der so genannten „Vollerotik“-Programme wird nach Angaben aus Senderkreisen wohl im ersten Quartal 2004 erfolgen.

Premiere plant zwei Porno-Angebote, die von unterschiedlichen Anbietern zugeliefert werden sollen. „BlueMovie“ wird von der in Wien ansässigen Telemediendienst GmbH angeboten, einer hundertprozentigen Premiere-Tochter. Ein zweites Angebot namens „Erothek“ soll von der in der Schweiz ansässigen Erotic Media AG betrieben werden, einer Tochter der Beate Uhse AG. Sie liefert bislang schon Softerotik-Filme für Premiere.

Premiere-Chef Georg Kofler hatte sich seit langem bemüht, pornografische Angebote zu ermöglichen, um die Zugkraft seines Angebotes zu steigern. Wiederholt versicherte er den Medienaufsehern, für größtmöglichen Jugendschutz zu sorgen.

Premiere will für den Abruf ein kompliziertes Verfahren einsetzen, das bereits von Telemediendienst in Österreich benutzt wird. Für einen einzelnen Film wird dort eine Gebühr von sechs Euro fällig. Zudem benötigt der Nutzer zusätzlich zu seinem Decoder eine weitere Smart Card, um sich vor dem Abruf der Filme zu legitimieren.

Der vollständige Text ist unter www.spiegel.de abrufbar.

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