manager magazin

EADS: Board-Chef Uebber für niedrigere Staatsbeteiligung

"Reduzierung im Gleichschritt wäre eine gute Sache."

EADS-Verwaltungsratschef Bodo Uebber hat sich für niedrigere Staatsanteile an dem europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern ausgesprochen. In einem Interview mit dem manager magazin (Erscheinungstermin: 25. Mai) sagte Uebber, für den Konzern genau wie für die restlichen Aktionäre wäre es "sicher eine gute Sache", wenn Deutschland und Frankreich ihre EADS-Anteile im Gleichschritt reduzieren würden. Wenn die Bundesrepublik ihre Beteiligung über die Staatsbank KfW zunächst auf insgesamt rund 15 Prozent aufstocke, schaffe das eine sehr gute Ausgangsposition für weitere Veränderungen. An der Balance der Nationen ändere sich nichts, und "die Staatsbeteiligungen müssen ja nicht so hoch bleiben".

Der Automobilhersteller Daimler als größter deutscher EADS-Aktionär wird 2012 voraussichtlich einen Anteil von 7,5 Prozent an die KfW abgeben. Zusätzlich soll die Bank ein Aktienpaket mehrerer Kreditinstitute übernehmen. Diese halten weitere 7,5 Prozent. Auch die KfW gehört diesem Konsortium an.

Uebber, der auch als Finanzvorstand der Daimler AG agiert, wird den Vorsitz des Verwaltungsrats am 1. Juni turnusgemäß an den Franzosen Arnaud Lagardère abgeben. Er behält allerdings seinen Sitz in dem Gremium.

Um EADS vor feindlichen Übernahmen zu schützen, bedarf es Uebber zufolge nicht unbedingt hoher Staatsanteile. "Ideal wäre sicherlich ein Modell mit Golden Shares – Aktien mit besonderen Rechten – für die beteiligten Staaten", sagte Uebber dem manager magazin. "Solange das rechtlich nicht möglich ist, müssen wir andere Wege suchen." Als mögliche Alternative dächte der Verwaltungsrat über Modelle nach, den Einfluss eines Aktionärs zum Beispiel auf 10 Prozent zu begrenzen.

Autoren:
Michael Freitag/Michael Machatschke
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Kommunikation
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