DER SPIEGEL

EM.TV: US-Medienunternehmer will Muppet-Show kaufen

Klatten: "Verhandlungen laufen auf Hochtouren" / Weitere Bewerber / Erlös soll finanziellen Engpass beseitigen

Cannes, 8. Oktober 2002
Der US-amerikanische Medienunternehmer Haim Saban steht nach Informationen von SPIEGEL ONLINE kurz vor der Übernahme der Jim Henson Company, dem Produzenten der Muppet-Show. "Zurzeit laufen die Verhandlungen auf Hochtouren", bestätigte EM.TV-Chef Werner Klatten. Nach seinen Angaben versucht er seit seinem Amtsantritt im Sommer 2001, die US-Beteiligung zu verkaufen.

Allerdings gebe es noch weitere Kandidaten im Wettbewerb um die Henson-Übernahme, betonte Klatten gegenüber SPIEGEL ONLINE. Neben Saban führe man mit einem zweiten Interessenten intensive Verhandlungen, mit drei weiteren seien Gespräche verabredet.

Klatten steht bei den Verhandlungen unter großem Zeitdruck. Bis Ende Dezember 2002 werden laut Klatten Kredite in Höhe von 63 Millionen Euro fällig, die EM.TV nicht mit eigenem Bargeld bedienen kann. Allein zwischen Januar und Juni waren die liquiden Mittel - nach Firmenangaben planmäßig - von 128 auf 90,2 Millionen Euro zurückgegangen. Der Verkauf von Henson soll diesen Engpass beseitigen.

Aus diesem Grund rechnet Klatten nicht damit, dass der in den EM.TV-Büchern stehende Wert von Henson in Höhe von 150 Millionen Euro zu erzielen sein wird. "Unsere einzige Chance besteht darin, mit mehreren Kaufinteressenten gleichzeitig zu verhandeln. Das treibt den Preis wenigstens ein wenig nach oben", gestand Klatten gegenüber SPIEGEL ONLINE ein. Der Medienrechte-Händler leidet seit Monaten unter der schlechten Branchenlage. Weil den Fernsehstationen die Werbung weggebrochen ist, kaufen sie derzeit wenig ein.

Haim Saban hat sein Vermögen mit Kinder-Fernsehserien verdient. Anfang der neunziger Jahre importierte er die "Mighty Morphin Power Rangers" aus Japan in die USA. Rund sechs Milliarden Dollar brachte laut "Forbes" allein das Merchandising zwischen 1993 und 2001 für die Serie ein.

Der vollständige Text ist unter www.spiegel.de abrufbar.

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