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Entscheidung über Zukunft der Nabucco-Pipeline fällt im Juni

Aserbaidschans Energiekonzern Socar will „nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten" auswählen - Interview mit Socar-Chef Rovnag Abdullayev

Die Frage, durch welche Pipeline in Zukunft Erdgas aus Zentralasien nach Europa strömen soll, steht kurz vor der Entscheidung. Zur Wahl stehen die bereits mehrfach totgesagte Leitung "Nabucco West" und das Konkurrenzprojekt „Tap" (Transadriatische Pipeline). "Die Entscheidung für eine der beiden Leitungen werden wir Ende Juni fällen", sagt Rovnag Abdullayev (47), Vorstandschef des staatlichen aserbaidschanischen Energiekonzerns Socar im Interview mit dem manager magazin (Erscheinungstermin: 15. Februar).

Die Auswahl werde "unter rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten" gefällt, so der Socar-Chef weiter; politische Überlegungen spielten keine Rolle. Insbesondere die "Nabucco"-Pipeline gilt als politisches Prestigeprojekt der Europäischen Union. "Die grundsätzliche Entscheidung für die Gaslieferung nach Europa ist gefallen. Daran werden wir nicht mehr rütteln", beteuerte Abdullayev, dessen Konzern bei der Auswahl der Pipeline eine Schlüsselrolle spielt. "Ab 2018 soll das Gas nach Europa strömen."

Der Energiemanager bestätigte zugleich sein Interesse an einer Übernahme der rund 1100 deutschen Esso-Tankstellen. "Wir haben durchaus Ideen, wie man das Tankstellengeschäft rentabel betreiben kann", sagte Abdullayev. In der Schweiz, wo Socar dem amerikanischen Exxon-Konzern bereits rund 170 Tankstellen abgekauft hat, kooperiere man mit dem Einzelhändler Migros. "Das könnte auch ein Vorbild für Deutschland sein, wenn wir dort zum Zuge kommen sollten", sagte Abdullayev.

Der Öl- und Gasmulti aus Zentralasien ist in Europa generell auf Expansionskurs. "Wir interessieren uns zum Beispiel für die zum Verkauf stehende staatliche griechische Erdgasgesellschaft Depa", sagte Abdullayev. Dort gehöre man zu den letzten verbliebenen Bietern.
Autor: Ulric Papendick
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