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Ex-BASF-Chef Jürgen Hambrecht kritisiert Energiewendepläne der Bundesregierung

Atomausstieg und Brennelementesteuer gefährden Zukunft der Stromerzeuger / Scheitern des Zeitplans der Energiewende absehbar

Der frühere Chef von BASF und heutige Daimler- und Lufthansa-Aufsichtsrat kritisiert die Energiewendepläne der Bundesregierung in ungewohnt deutlicher Form. In einem Essay, das in der am Freitag (25. Mai) erscheinenden Ausgabe des manager magazin veröffentlicht wird, beschäftigt sich der Topmanager mit den Folgen zunehmender staatlicher Regulierungsmechanismen. "Durch Populismus getrieben, erleben wir einen regelrechten Wettbewerb um neue Maßnahmen. Sie sind Teil der Profilierung vor den Wahlen in diesem und nächsten Jahr", schreibt Hambrecht: "Der Wildwuchs an Regulierung führt dazu, dass wir durch widersprüchliche Eingriffe des Staates das Marktversagen geradezu herbeiführen."

Vor allem in der Energiepolitik seien die negativen Folgen des zunehmenden Staatseinflusses deutlich zu spüren. "Der politisch verordnete Ausstieg aus der Atomkraft und die Einführung der Brennelementesteuer hat die Ertrags- und Investitionskraft der Stromerzeuger nachhaltig geschwächt", argumentiert Hambrecht: "Die Folge ist, dass wir über kurz oder lang zu wenige Kraftwerke haben werden, die zuverlässig Grundlast tragen und Verbrauchsspitzen abfedern können."

Bei dem für die Energiewende nötigen Ausbau der Stromnetze führten die staatlich regulierten Preise für den Transport von Elektrizität dazu, dass sich kaum Investoren für den Ausbau der Netze finden würden. Hinzu kämen die Folgen viel zu langwieriger Planungsverfahren. "Von den für vordringlich erklärten 1834 Kilometern Leitung sind deshalb bisher erst 214 Kilometer fertiggestellt worden und erst weniger als 100 Kilometer in Betrieb gegangen", stellt Hambrecht fest und prophezeit: "Das Scheitern des Zeitplans der Energiewende ist deshalb absehbar."

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