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EZB sitzt auf 140 Milliarden Euro griechischen Risiken

Sollte es zu Staatsbankrotten kommen, stehen bei der Europäischen Zentralbank (EZB) und den übrigen Notenbanken im Euro-Raum hohe Wertberichtigungen an.

Allein die griechischen Risiken in den Notenbank-Bilanzen betragen insgesamt
rund 140 Milliarden Euro, wie die Zeitschrift manager magazin in ihrer kommenden
Ausgabe (Erscheinungstermin: 22. Juli) berichtet. Dabei handelt es sich um von
den Notenbanken direkt erworbene griechische Staatsanleihen und
um Anleihen, die als Sicherheiten von Banken entgegengenommen wurden.

Zwar werden die Papiere vorsichtig bewertet: Griechische Bonds beliehen die
Notenbanker nach Informationen des manager magazins zuletzt nur zu 40 Prozent
des Nennwerts. Dennoch wäre im Falle einer Reihe von Staatspleiten mit hohen
Abschreibungen zu rechnen. Die damit verbundenen Wertberichtigungen in den
Notenbank-Bilanzen müsste zum größten Teil der deutsche Steuerzahler tragen,
gemäß des deutschen Anteils von 27 Prozent an der EZB.

Wie manager magazin weiter berichtet, sitzt die Bundesbank zudem auf einem
Paket bislang unverkäuflicher Papiere, das die Investmentbank Lehman Brothers
kurz vor ihrer Pleite im Jahr 2008 bei den Währungshütern eingereicht hatte.
Die New Yorker Bank hatte Wertpapiere im Volumen von mehr als zwölf Milliarden
Dollar bei Europas Notenbanken hinterlegt, vor allem bei der Bundesbank. Fast
die Hälfte dieser Sicherheiten, für die Lehman im Gegenzug Kredite von den
Währungshütern erhielt, bestand aus hochkomplexen strukturierten
Investmentvehikeln, die nach dem Zusammenbruch der Bank zunächst kaum
verkäuflich waren. Einen Teil der Papiere haben die Bundesbanker zwar mithilfe
der Kanzlei Freshfields verkaufen können. Bis heute stehen allerdings rund 2,5
Milliarden Dollar in den Büchern der Bundesbank.

Autor: Henrik Müller
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