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Familiensprecherin Liz Mohn im Interview mit „Von untergeordneter Bedeutung“

Bertelsmann fürchtet die Börse nicht: „Für externe Investoren bleibt es bei 25
Prozent“ / Familiensprecherin Liz Mohn im Interview mit manager magazin: „Ich werde nicht müde, die Unternehmenskultur von Bertelsmann anzupreisen.“

Die Bertelsmann AG, Gütersloh, demonstriert Gelassenheit. In einem Interview
mit dem manager magazin, das am 24. Mai erscheint, kommentiert Liz Mohn,
Sprecherin der Eignerfamilie, die möglichen Börsenpläne ihres
Minderheitsgesellschafters Albert Frère und seiner Groupe Bruxelles Lambert
(GBL) mit den Worten: „Bei Bertelsmann ist die Situation eher entspannt.“

Die GBL kann seit Montag dieser Woche eine Option nutzen und ihre
Bertelsmann-Anteile (25,1 Prozent) an die Börse bringen. Bereits Anfang dieses
Jahres hatte Frère den Verkauf der GBL-Beteiligung angekündigt. Seither wird in
der Öffentlichkeit heftig darüber spekuliert, ob die Familie Mohn die Anteile,
deren Wert auf bis zu fünf Milliarden Euro taxiert wird, selbst zurückkauft.
Bislang hatte sich die Familie Mohn dazu noch nicht selbst geäußert. „Wir
bereiten uns auf beide Varianten vor“, so Liz Mohn.

Im Mittelpunkt ihrer Überlegungen stünde allein, dass die Stimmrechtsmehrheit
gewährleistet bleibe: „Mein Mann, unsere Kinder und ich“, erklärt Liz Mohn im
manager magazin, „wir haben eine ganz klare Haltung, nämlich die, dass es für
externe Investoren bei einer Grenze von maximal 25 Prozent bleibt. Das kann ein
Aktionär sein, wie heute die GBL, das können aber auch tausende von
Einzelaktionären sein.“

Ob die Bertelsmann-Aktie „an der Börse notiert ist oder nicht“ sei dabei „von
untergeordneter Bedeutung“: Die Bertelsmann Stiftung und die Familie Mohn
selbst „werden ja keine Anteile abgeben. Die Bertelsmann
Verwaltungsgesellschaft wird deshalb weiterhin 75 Prozent der Stimmrechte
kontrollieren.“ Eine Dreiviertelmehrheit erscheine ihr notwendig, „um die
Kontinuität unserer Unternehmenskultur zweifelsfrei zu sichern. Für
angelsächsisch geprägte Investoren mögen das Absurditäten sein. Für Bertelsmann
sind diese Prinzipien elementar“.

Mohn selbst sieht sich in der Verantwortung „für die Prinzipien und die Kultur,
wie sie mein Mann bei Bertelsmann aufgebaut hat“. Sie wolle dafür sorgen, „dass
das, was er initiiert und auf den Weg gebracht hat, weiterentwickelt wird, ohne
von seiner Basis abzugehen. Deshalb werde ich nicht müde, die
Unternehmenskultur von Bertelsmann anzupreisen. Ich kann sie nur jedem zur
Nachahmung empfehlen.“

Autor: Dr. Arno Balzer
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