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Flowers: Entscheidung über Berliner Bankgesellschaft nicht weiter hinauszögern

Die letzten verbliebenen Interessenten für die marode Bankgesellschaft Berlin (BGB) warnen den Senat vor weiteren Verzögerungen beim Verkauf des landeseigenen Instituts. "Je länger die Entscheidung hinausgezögert wird, desto höher werden die Kosten für das Land Berlin - und desto weniger wird es bei einem Kauf erlösen können", sagte Christopher Flowers in einem Interview für die Februar-Ausgabe des manager magazin (Erscheinungstermin: 24. Januar 2003). Der US-Investor und sein Partner David Bonderman, Chef der Texas Pacific Group, äußerten sich frustriert über den Stand der inzwischen 18 Monate dauernden Kaufverhandlungen. "Wir haben dem Senat in den vergangenen Wochen deutlich gemacht, dass wir uns zurückziehen werden, wenn die Sache jetzt nicht zügig über die Bühne geht."

Die beiden Amerikaner äußerten sich optimistisch, dass die Bank - sollten sie diese übernehmen - bald wieder schwarze Zahlen schreiben könnte. Nach Ansicht des ehemaligen Goldman-Sachs-Bankers Flowers werde es jedoch vier bis fünf Jahre dauern, bis die Bank den Turnaround geschafft habe.

Heftig wehrten sich die beiden gegen Gerüchte, sie wollten das Institut nach einem erfolgreichen Erwerb zerschlagen. Vielmehr betrachte man den Kauf als eine "längerfristige Investition". Die BGB sei gut positioniert und verfüge über eine starke lokale Präsenz, die man weiter ausbauen wolle.

Spekulationen um eine Ablösung des jetzigen Vorstandschefs Hans-Jörg Vetter erteilten Flowers und Bonderman im mm-Interview eine Absage. "Nach unseren Plänen soll Herr Vetter Vorstandsvorsitzender bleiben. Er hat bislang einen guten Job gemacht". Man wolle jedoch den Vorstand um "ein, zwei neue Leute ergänzen" und den Aufsichtsrat neu besetzen.

Autor: Jörg Schmitt
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