DER SPIEGEL

Frankfurter Flughafen: Zoll schlampt bei Sicherheitskontrollen

Kontrollstationen am Terminal 1 seit Jahren dünn besetzt / Beamte klagen über Vorgesetzten Neßler / Anweisung, „nicht so genau zu prüfen“

– Der Zoll am Flughafen Frankfurt wird zum Sicherheitsrisiko. Wegen schlampiger Kontrollen könnten Attentäter leicht Sprengstoff oder Waffen an den Beamten vorbeischmuggeln. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE sind Kontrollstationen auf dem Terminal 1 schon seit Jahren nicht oder nur sehr dünn besetzt. Die Unzufriedenheit unter den Zöllnern ist groß, in den vergangenen zwei Jahren bewarb sich ein Viertel von den 800 Mitarbeitern des Frankfurter Hauptzollamts auf andere Dienststellen. Eine Beamtin klagte, sie sei angewiesen worden, „nicht so genau zu prüfen“.

Gegenüber SPIEGEL ONLINE erklärten Zöllner, die bürokratische Dienstauffassung des seit 2000 amtierenden Zollamtschefs Hartmut Neßler sei mitentscheidend für die Misere. Nach seiner Interpretation habe der Zoll vorrangig fiskalische und keine polizeilichen Aufgaben. Neßler sagte zu SPIEGEL ONLINE: „Wir sind Zöllner, für die Sicherheit ist der Bundesgrenzschutz zuständig.“

Indizien legen nahe, dass die Zöllner nicht mehr so gründlich arbeiten wie noch vor drei Jahren. So lagen die Zolleinnahmen auf eingeführte Waren in den vergangenen Jahren bis zu 400 Millionen Euro niedriger als im Jahr 2000, in dem sie noch 1,6 Milliarden Euro betrugen. Die Zahl der Strafverfahren ging rapide zurück: von 1922 im Jahr 2000 auf 1320 im vergangenen Jahr. Ein Minus gab es auch bei den Drogenfunden: Wurden im Jahr 2000 rund 44 Kilogramm der Designerdroge Ecstasy entdeckt, waren es 2003 nur noch acht Kilogramm. Bei Kokain sank die Menge von 430 auf 280 Kilogramm; ähnlich der Trend beim Heroin.

Der vollständige Text ist unter www.spiegel.de abrufbar.

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