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Franz Markus Haniel: Keine Zerschlagung der Metro AG

Franz Markus Haniel (53), Aufsichtsratschef des Haniel-Konzerns und der Metro AG, hat Spekulationen widersprochen, Haniel wolle Metro zerschlagen und auf den angestammten Abholgroßhandel (Cash&Carry) reduzieren.

In einem Interview mit
dem manager magazin (Erscheinungstag: 25. April 2008), dementierte Haniel einen
„definitiven Plan“ für einen Börsengang der Mehrheitsbeteiligung Media-Saturn.
Der Metro-Vorstand strebe im Fall des Elektronikfilialisten lediglich „flexible
Strukturen“ an. Die angeschlagene SB-Warenhauskette Real solle einem „harten
Sanierungsprogramm“ unterzogen werden.

Lediglich beim Warenhausunternehmen Kaufhof sei wegen seiner geringen Bedeutung
für Metro „ein Verkauf grundsätzlich vorstellbar“. Skeptisch äußerte sich das
Oberhaupt der Haniel-Dynastie über eine Fusion von Kaufhof und Karstadt.
Indirekt erteilte er dem Karstadt-Mutterkonzern Arcandor eine Absage. Der
Vorstand der Metro AG werde „nur mit Interessenten in ernsthafte Gespräche
eintreten, die auch ein schlüssiges Finanzierungskonzept vorweisen können“.

Haniel widersprach im Interview Meldungen, wonach es Differenzen unter den
Metro-Großaktionären gäbe. Metro-Gründer Otto Beisheim (18,4 Prozent), der sich
im vergangenen Jahr geweigert hatte, gemeinsam mit Haniel (heute 34,2 Prozent )
und den Brüdern Schmidt-Ruthenbeck (15,8 Prozent) seine Metro-Anteile
aufzustocken, trage das Ziel voll mit, das Wertsteigerungspotenzial bei Metro
auszunutzen. Beisheim habe nicht die Absicht, sich von seinen Metro-Anteilen zu
trennen.

Haniel äußerte sich in dem Interview auch zur Doppelrolle von Eckhard Cordes
als Chef zweier Milliardenunternehmen, des Haniel-Konzerns und der Metro AG.
Die „wertorientierte Führung“ der Metro AG sei Cordes’ „klare Hauptaufgabe“.
„Und für diese Aufgabe steht er kompromisslos zur Verfügung“, sagte der
Aufsichtsratschef dem manager magazin. Im Haniel-Konzern sei Cordes durch die
Berufung eines vierten Vorstandsmitglieds und durch eine Umverteilung der
Ressorts entlastet worden.

Autor: Sören Jensen
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