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Goldman-Weltchef Lloyd Blankfein fordert Lehren aus der Kreditkrise: „Finanzsystem widerstandsfähiger machen“

Lloyd Blankfein, Chef der weltgrößten Investmentbank Goldman Sachs, fordert die
Finanzbranche auf, Lehren aus der derzeitigen Kreditkrise zu ziehen. „Es ist im
Interesse aller Marktteilnehmer, nach Wegen zu suchen, um das Finanzsystem
widerstandsfähiger zu machen“, sagte Blankfein in einem Interview mit der
Zeitschrift manager magazin (Erscheinungstermin: 21. September 2007). Neue
Regulierungen für die Märkte schloss er nicht aus: „Die Aufsichtsbehörden
müssen auf die Marktveränderungen reagieren, und es ist vollkommen angemessen,
dass sie sich dementsprechend auch mit den aktuellen Marktproblemen und deren
Ursachen beschäftigen.“

Mit Blick auf die in der Kritik stehenden Hedgefonds mahnte Blankfein indes
Zurückhaltung an. So könnten freiwillige Maßnahmen zur Erhöhung der Transparenz
von Hedgefonds „durchaus sinnvoll sein“. Forderungen nach einer scharfen
Überwachung der Branche hält der Goldman-CEO allerdings für unrealistisch:
„Eine zusätzliche Überwachung der Hedgefonds-Branche mag wünschenswert
erscheinen, aber die praktische Umsetzung der Überwachung im Tagesgeschäft ist
sehr schwer zu erreichen.“ Die staatliche Regulierung der Märkte sollte als
Ziel haben, die Anleger zu schützen und ein ordnungsgemäßes Funktionieren der
Märkte zu garantieren. „Andererseits sollte die Flexibilität der
Marktteilnehmer nicht eingeschränkt werden. Hier das rechte Gleichgewicht zu
finden ist schwierig.“

Die aktuelle Krise hält Blankfein noch nicht für überstanden. „Die Märkte haben
eine gewaltige Bereinigung erlebt, und ich halte es für sehr wahrscheinlich,
dass es noch zu weiteren Anpassungen kommt.“

Autor: Henrik Müller
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