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Haarmann Hemmelrath: Großkanzlei drohen neue Klagen

Ausgeschiedene Partner fordern ihre Kapitaleinlagen zurück

Der Großkanzlei Haarmann Hemmelrath & Partner droht neuer Ärger. Das berichtet manager magazin in seiner neuesten Ausgabe (Erscheinungstermin: 20. August 2004). Ehemalige Partner der Wirtschaftssozietät fordern ihre Kapitaleinlagen zurück, in der Regel Summen zwischen 175 000 und 700 000 Euro. Für Auseinandersetzungen sorgt dabei der Zeitpunkt der Rückzahlung. Die ausgeschiedenen Partner wollen das Geld sofort. Haarmann Hemmelrath aber besteht darauf, die Schulden über fünf Jahre abzuzahlen. „Wenn sich die Kanzlei nicht bewegt“, kündigt einer der Abgänger an, „wird es unzweifelhaft zu Klagen kommen“. Die ersten seien bereits vorbereitet.

Der Streit kommt für die Wirtschaftskanzlei und ihre rund 1000 Mitarbeiter zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt. So läuft gegen Haarmann Hemmelrath bereits eine Klage der Werhahn-Gruppe. Der Neusser Konzern wirft Haarmann falsche Steuerberatung bei einem Unternehmensverkauf vor und fordert laut Klageschrift bis zu 429 Millionen Euro Schadensersatz.

Im Laufe der vergangenen zwei Jahre hatten etwa 40 der früher mehr als 100 Partner Haarmann Hemmelrath verlassen. In der Kanzlei hatte es Unmut über die finanzielle Situation des Unternehmens gegeben. So konstatierte ein Partner im November 2003 in einem Reformpapier, die Sozietät stehe „vor einem massiven Liquiditätsproblem“. Durch „den eingetretenen Zahlungsverzug bei Mitarbeitern und Lieferanten“ drohe ein nicht wieder gutzumachender Schaden. Kanzleigründer Wilhelm Haarmann sagt dagegen, „wir waren immer in der Lage, unsere Verpflichtungen zu erfüllen“.

Autor: Michael Freitag
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