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Hapag-Lloyd-Bieter NOL will Ex-Manager reaktivieren

Die asiatische Reederei Neptune Orient Lines (NOL) aus Singapur erwägt, nach einem Kauf der deutschen Reederei Hapag-Lloyd zwei ehemalige Manager in Toppositionen einzusetzen.

Interessent aus Singapur plant Toppositionen für Bernd Wrede und Günther Casjens

Demnach soll nach der angestrebten Übernahme der
frühere Vorstandsvorsitzende von Hapag-Lloyd, Bernd Wrede, den
Aufsichtsratsvorsitz übernehmen. Zugleich soll das ehemalige Vorstandsmitglied
Günther Casjens das Hamburger Unternehmen dann als Vorstandsvorsitzender
leiten. Das berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe
(Erscheinungstermin: 22. August).

Mit der Berufung beider Ex-Manager will NOL offenbar Bedenken in der
Belegschaft von Hapag-Lloyd und in der deutschen Politik gegen einen Verkauf
der Traditionsreederei nach Fernost zerstreuen. NOL ist neben einem Hamburger
Konsortium derzeit der einzige Bieter für die zum Verkauf stehende
Container-Schifffahrtsgesellschaft, die dem Tui-Konzern gehört. Der frühere
Hapag-Lloyd-Chef Bernd Wrede hatte das Unternehmen 2001 verlassen, Casjens war
2004 ausgeschieden.

Unterdessen haben sich Pläne zerschlagen, den Verkauf von Hapag-Lloyd ins
Ausland dadurch zu verhindern, dass die Deutsche Bahn die Muttergesellschaft
Tui übernimmt. Bahn-Chef Hartmut Mehdorn hatte nach Informationen des manager
magazins in den vergangenen Monaten im Geheimen darüber verhandelt. Jetzt
rückte Mehdorn von dem Projekt ab, das unter dem Codenamen „Taxi“ geführt wird.
Der Manager teilte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) mit, die Bahn sei
mit der Finanzierung des Projekts überfordert. Außerdem störe es beim geplanten
Börsengang der Bahn. Finanzminister Steinbrück war bei den geheimen
Sondierungen als Fürsprecher einer Tui-Übernahme durch die Deutsche Bahn
aufgetreten.

Autor: Michael Machatschke
Telefon: 040/308005-37

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Ute Miszewski

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E-Mail: Ute_Miszweski@manager-magazin.de

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