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Harvard Businessmanager: Emissionshandel von deutschen Unternehmen unterschätzt

Energieexperte Karlheinz Bozem: Wer nicht aufpasst, riskiert Unternehmensgewinn

Für rund 2400 Industrieunternehmen in Deutschland beginnt im kommenden Jahr der Handel mit Emissionszertifikaten. Karlheinz Bozem, Leiter des Energiesektors der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton, warnt im Gespräch mit dem Harvard Businessmanager (Erscheinungstermin: 24. August 2004) davor, das Thema zu unterschätzen: „Wer das ab Januar 2005 nicht im Griff hat, wird unter Umständen mit einem niedrigeren Unternehmensgewinn bestraft.“

Unsicherheit im Management und die Komplexität des Systems sind nach Meinung von Bozem die Ursachen für die Zurückhaltung in den Unternehmen. „Solange die genauen Regeln des Emissionshandels nicht genehmigt waren, haben die Unternehmen abgewartet. Ich glaube, das war ein Fehler“, so Bozem, denn langfristig würde sich die Zahl der verfügbaren Zertifikate reduzieren. Deutschland würde zu einem Geberland, während etwa Irland zu einem Käuferland würde. Die Unternehmen müssten sich auf einen grenzüberschreitenden Handel und steigende Preise einstellen. „Bei börsennotierten Firmen kann die Wahl der Klimaschutzstrategie deshalb durchaus Kursschwankungen verursachen.“

Bozem rät den Unternehmen, ein Emissionsmanagement aufzubauen. „Innerhalb der Firma ist es zuständig für das Emissions-Controlling, das ständig hochrechnet, wie viel CO2 bis zum Jahresende anfallen wird, und dafür sorgt, dass genügend Zertifikate vorhanden sind.“ Zudem sollten die Unternehmen eine verbindliche Strategie zum Umgang mit dem Emissionsthema festlegen, um ihre Klimaschutzverpflichtungen möglichst ökonomisch zu erfüllen.

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