Harvard Business Manager

Harvard Businessmanager: Hartmann-Chef Ulrich Hemel für mehr christliche Werte im Management

Nach den Skandalen um Enron, Worldcom und EMTV tritt Ulrich Hemel, Vorstandsvorsitzender der Paul Hartmann AG, für eine Besinnung auf christliche Werte ein. In der aktuellen Ausgabe des Harvard Businessmanager (Erscheinungstermin: 29. April 2003) erinnert er daran, dass es bei diesen Ereignissen letztlich um den Grundwert des Vertrauens und dessen Missbrauch gegangen sei. „Das ist ein universeller Wert, der in der Ökonomie unglaublich wichtig ist und bares Geld bringt“, mahnt Hemel, der neben seiner Tätigkeit als Manager auch Professor für Religionspädagogik in Regensburg ist. Müsse ein Unternehmen mit dem Missbrauch von Vertrauen durch Geschäftspartner oder Mitarbeiter rechnen, sei es gezwungen, viel Geld für deren Kontrolle auszugeben.

„Ein Manager mit einer christlichen Ethik kann sehr erfolgreich Geschäfte machen“, argumentiert der Chef der Paul Hartmann AG, ein Hersteller von Medizin- und Hygieneprodukten mit weltweit rund 10 000 Mitarbeitern. Christentum und Wirtschaft seien durchaus keine Gegensätze. Die christliche Lehre legitimiere das wirtschaftliche Handeln durch den so genannten Weltgestaltungsauftrag. „Es geht Managern nicht einfach nur um Gewinnmaximierung.“ Wäre das die einzige Maxime, müssten viel mehr Menschen in das Geschäft mit Drogen, Prostitution und Waffenhandel einsteigen, so der Theologe. Sie müssten nur ihr Risiko minimieren, erwischt zu werden. „Es gibt sehr wohl Grenzen des Gewinnstrebens.“

Den Einwand vieler Manager, die Verpflichtung auf den Shareholder-Value lasse ihnen nicht viele Freiräume für christliches Verhalten, lässt Hemel nicht gelten: „Viele Menschen neigen dazu, sich vorsorglich selbst zu zensieren.“ Der Spielraum sei größer, als viele dächten. „Zum wirtschaftlichen Handeln gehört auch, herauszufinden, wo die Grenzen sind.“

Auch in anderen Ländern basierten Werte und Normen auf der dort üblichen Religion, berichtet der Manager. Viele Führungskräfte unterschätzten deren Bedeutung für das Geschäftsleben im Zuge der Globalisierung und berücksichtigten diese Unterschiede nicht bei ihren Verhandlungen in diesen Staaten.

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