Harvard Business Manager

Harvard Businessmanager: Managementfehler gefährden China-Umsätze deutscher Firmen

Obi-Vorstand und Mitglied der Geschäftsleitung von A.T. Kearney diskutieren Streitfrage / Amerikaner sind den Deutschen weit voraus / Wer nicht im Reich der Mitte investiert, handelt unverantwortlich
Sehen deutsche Manager den Boom in China zu optimistisch? Fanchen Meng, Mitglied der Geschäftsleitung von A.T. Kearney, und der für das China-Geschäft verantwortliche Obi-Vorstand Fengjiang Li diskutieren diese Streitfrage im aktuellen Harvard Businessmanager (Erscheinungstermin: 23. Dezember 2003).

Meng identifizierte bei seiner Arbeit mit deutschen, amerikanischen und chinesischen Managern drei Kardinalfehler, die den Deutschen bei Projekten im Reich der Mitte regelmäßig unterlaufen: Die deutschen Manager seien bei der Entwicklung des Personals vor Ort nicht systematisch
genug, hielten zu starr an ihren Vertriebskonzepten fest und seien zu perfektionistisch. „Führungskräfte aus den USA sind den Deutschen weit voraus“, schreibt Meng. Ihre Fehler könnten deutsche Unternehmen „langfristig Umsatz, Reputation und die Existenz auf dem chinesischen Markt kosten“. Würden die Geschäftsleute die genannten Fehler nicht machen, „könnten sie 50 bis 100 Prozent höhere Umsätze erwirtschaften“.

Obi-Vorstand Li ist der Meinung, dass deutsche Unternehmen auf jeden Fall in China investieren müssen. Obi macht dort gute Geschäfte: „Wir hatten Ende 2003 sechs Baumärkte in China und werden in 2004 weitere zwölf eröffnen. Die Endkunden in unseren chinesischen Baumärkten bringen uns einen dreifach höheren Pro-Kopf-Umsatz als die Kunden in Deutschland.“ Außerdem profitiere das Unternehmen von den Kostenvorteilen im Einkauf. „Wir können deshalb weltweit in unseren Märkten billiger anbieten. Würden wir das nicht tun, wäre uns die Konkurrenz sehr schnell voraus – und wir bekämen ernste Probleme. Wenn ein deutscher Unternehmer jetzt sagt, er will in China nicht investieren, ist das unverantwortlich.“

Die Streitfrage ist Teil des Schwerpunkts China, der aktuellen Titelgeschichte des Harvard Businessmanager.

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