Harvard Business Manager

Harvard Businessmanager: „Mit einer Tankfüllung um die ganze Welt“

Exklusivinterview mit Toyotas CEO Katsuaki Watanabe / Qualität ist zentrale
Herausforderung bei der Nummer eins der Autobranche / Rasantes Wachstum
verhilft erstmals Ausländern zu wichtigen Führungsaufgaben im Konzern / Vision vom Auto der Zukunft

„Weltmarktführer sein heißt für mich nicht, die meisten Autos pro Jahr zu
bauen, sondern der weltweit Beste zu sein, was dauerhafte Qualität angeht“,
sagt Katsuaki Watanabe, CEO von Toyota, im Interview mit dem Harvard
Businessmanager (Erscheinungstag: 26. Juni 2007). Die Vereinbarkeit von
rasantem Wachstum und hoher Qualität ist die zentrale Herausforderung für den
japanischen Autohersteller. Dabei bringt die Expansion auch Personalprobleme
mit sich. So hat sich Toyota von seinem erfolgreichen System der Mutterfirmen
verabschiedet. Dabei übernahm ein japanisches Werk die Verantwortung für die
Ausbildung der Angestellten einer ausländischen Produktionsstätte. Heute
arbeitet Toyota mit sogenannten Koordinatoren, die aus Japan ins Ausland
entsandt werden. Da die Zahl der japanischen Koordinatoren aber angesichts des
rasanten Wachstums nicht mehr ausreicht, steht der Autobauer vor einer
Kulturrevolution. Watanabe: „Wir werden das erste Mal Ausländer einsetzen, um
andere nicht japanische Angestellte anzulernen.“

Für den Automobilbau hat Watanabe eine gewagte Vision. Die Fahrzeuge sollten
die Luft nicht verschmutzen, sondern reinigen, Unfälle automatisch verhüten und
dennoch bei ihren Besitzern Emotionen hervorrufen. Vielleicht vor allem wegen
ihrer Sparsamkeit. Watanabe: „Ein Auto, das in der Lage ist, mit einer
Tankfüllung um die ganze Welt zu fahren; das ist es, wovon ich träume.“

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