Harvard Business Manager

Harvard Businessmanager: „Nicht dem Massengeschmack hinterherlaufen“

Der langjährige Ruhrfestspiele-Intendant Heyme über das Managen von Kreativität

Nur wer Macht und Autorität besitzt, kann im Kulturbetrieb erfolgreich führen, erläutert Hansgünther Heyme im Gespräch mit dem Harvard Businessmanager (Erscheinungstermin: 23. Dezember 2003). Der langjährige Intendant und Regisseur an vielen deutschen Theatern war zuletzt Chef der Ruhrfestspiele und arbeitet seit kurzem als freier Regisseur. Seiner Ansicht nach können Theater nur erfolgreich sein, wenn dort Künstler an der Spitze stehen und nicht Verwaltungsexperten, „genauso wie Unternehmen nur von Leuten geführt werden sollen, die Ahnung von dem haben, was sie herstellen“. Nur so sei es möglich, eine Truppe von Kreativen auch in Zeiten knapper Budgets zu Höchstleistungen anzuspornen.

Auf der Bühne sei vor allem Einfühlungsvermögen gefragt. „Die Arbeit am Theater erfordert viel mehr Teamwork als zum Beispiel das Komponieren von Musikstücken oder die Malerei“, sagt Heyme. Ein Regisseur müsste seine Ideen immer wieder erklären und auf Vorschläge der Beteiligten eingehen. Trotzdem sei es wichtig, nicht den Überblick zu verlieren. „Sie müssen immer einen glasklaren und stringenten Plan ausarbeiten. Aber Sie sollten flexibel genug sein nachzugeben und ihn zu modifizieren.“

Im Zentrum seiner Überlegungen steht die Zielgruppe, also der Zuschauer: Heyme möchte „nicht dem Massengeschmack hinterherlaufen, wie es das Fernsehen oder die Werbung oft machen“, sondern er möchte Sehsüchte wecken. Darum schaue er nicht nur auf die Zuschauerzahlen. Heyme: „Die unmittelbarste Form von Erfolg ist, dass das Publikum tobt. Dabei ist es mir gleichgültig, ob die Menschen das tun, weil sie begeistert oder weil sie empört sind.“

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