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Havard Businessmanager: Richard Florida: Wirtschaftliche Vormachtstellung der USA in Gefahr

Kreative Köpfe meiden Amerika / Kreativitätskrise bedroht Wettbewerbsfähigkeit

Die Stellung der USA als Wirtschaftsmacht Nummer eins ist in Gefahr, warnt Richard Florida, Professor für öffentliche Politik an der George Mason University in Arlington, US-Bundesstaat Virginia, in der aktuellen Ausgabe des Harvard Businessmanagers (Erscheinungstermin: 21. Dezember 2004). Grund dafür sei die schwindende Attraktivität des Landes für hervorragende Wissenschaftler, talentierte Studenten und andere kreative Köpfe aus dem Rest der Welt.

„Den Vereinigten Staaten droht eine Kreativitätskrise“, stellt der Wissenschaftler fest. In den vergangenen Jahrzehnten habe die Zuwanderung kreativer Köpfe aus Europa, später aus Asien und Lateinamerika dafür gesorgt, dass die amerikanische Wirtschaft besonders innovativ war und sich gegen Konkurrenten durchsetzen konnte.

Doch seit den Anschlägen vom 11. September 2001 habe die Bush-Regierung die Visa-Regelungen drastisch verschärft, klagt Florida. Zudem seien gewisse Forschungen in den USA aus ideologischen (meist religiösen) Gründen nicht mehr möglich, etwa die Arbeit mit Stammzellen. Die Folge: Geschäftsleute aus dem Ausland haben Probleme mit der Einreise; wissenschaftliche Kongresse können nicht mehr in den USA stattfinden, weil Forscher aus Russland oder China keine Visa erhalten. Ausländische Studenten meiden das Land und suchen sich Hochschulen in Großbritannien, Kanada oder Australien.

„Die Vereinigten Staaten sind also zum ersten Mal in ihrer Geschichte mit der Möglichkeit einer Abwanderung von Talenten konfrontiert“, sagt Florida. Dabei entscheidet der Anteil Kreativer an den Berufstätigen insgesamt über die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes. Irland liegt hier, einer Untersuchung Floridas zufolge, an der Spitze. Die USA erreichen nur Platz 11, die Schweiz steht auf Platz 14, Deutschland kommt sogar nur auf Rang 19.

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