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Hewlett-Packard-Chef plant Befreiungsschlag mit „Touch Pad“

Léo Apotheker will Spitzenplatz bei Tablet-Computern erobern / Vertiefte Kooperation mit SAP geplant

Der angeschlagene IT-Konzern Hewlett-Packard (HP) will auf dem Markt für
Tablet-Computer künftig eine führende Rolle spielen. „Der dritte Platz ist
unser Minimalziel“, sagte Vorstandschef Léo Apotheker im Interview mit manager
magazin (Erscheinungstermin: 20. Mai).

Am Dienstag hatte Hewlett-Packard seine Umsatz- und Gewinnprognose für das
laufende Geschäftsjahr gesenkt, da vor allem Privatkunden immer weniger
herkömmliche Personal Computer kaufen.

Nun setzt Apotheker auf den Wachstumsmarkt der Tablet-Computer. Mit dem neuen
„Touch Pad“, das im Sommer auf den Markt kommen soll, will der HP-Chef vor
allem das Geschäftskundensegment erobern. Weder Apple mit seinem iPad noch
Google mit dem Betriebssystem Android sei es bislang gelungen, die
Wirtschaftswelt zu erreichen. Die angebotenen Geräte seien „weder sicher noch
für Geschäftsanwendungen tauglich“, kritisiert Apotheker.

Um das Angebot an Geräten mit Geschäftsanwendungen zu verbessern, will HP
außerdem seine Partnerschaft mit dem Walldorfer Softwarekonzern SAP vertiefen.
„Auf Vorstandsebene laufen bereits Gespräche“, sagt der Manager. Beispielsweise
könne HP Geräte für das neue SAP-Datenbanksystem liefern. Für HP wiederum seien
die Business-Softwareanwendungen von SAP sehr interessant.

Apotheker war zwischen April 2008 und Februar 2010 selbst Vorstandschef des
SAP-Konzerns, ehe er das Unternehmen im Streit mit dem Mitgründer und
Aufsichtsratschef Hasso Plattner verließ. Dem Gerücht, er habe damals geheime
Verkaufsverhandlungen mit Microsoft geführt, tritt Apotheker entschieden
entgegen: „Das ist definitiv falsch. Ich habe mich immer vehement dagegen
gewehrt, dass SAP verkauft wird. Ich finde es sehr gut, dass SAP unabhängig
bleibt.“

Seine Nachfolger bei SAP, Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe, habe er in
seiner neuen Funktion bereits getroffen, sagt Apotheker: „Wir sind Partner und
verstehen uns nach wie vor sehr gut.“

Autor: Simon Hage
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