DER SPIEGEL

Hochhuth: „Schäuble soll Gott danken, auf freiem Fuß zu bleiben“

Schriftsteller spricht Ex-Parteichef auf CDU-Veranstaltung die Qualifikation für das Amt des Bundespräsidenten ab

Berlin, 20. Januar 2004
Der Schriftsteller Rolf Hochhuth („Der Stellvertreter“) hat sich auf einer Veranstaltung der Berliner CDU mit harschen Worten gegen Wolfgang Schäuble als Bundespräsidenten ausgesprochen. „Warum kommt die CDU nicht auf ihre gute Idee zurück, endlich eine Frau zur ersten Bundespräsidentin zu machen?“, fragte Hochhuth am Montagabend beim „Forum Kultur“ der Berliner CDU im Alliiertenmuseum, wie SPIEGEL ONLINE berichtet.

In seinem Vortrag „Bismarck, Schäuble und die Arbeiter“ prangerte der 73-jährige Theaterautor Schäubles Rolle als Architekt der Wiedervereinigung an. Schäuble sei federführend gewesen, als die Regierung Kohl „grünes Licht gab zur Ausplünderung Deutschlands zwischen Werra und Oder“, kritisierte Hochhuth. Keinem Ossi sei das Kapital geblieben, „auch nur einen Milchladen zu kaufen“.

Schäuble habe die Ostdeutschen mit Hilfe der Treuhand zu Parias gemacht. Daher sei es unheilvoll, dass Schäuble „Staatsoberhaupt dieser von ihm Entrechteten werden will“, warnte Hochhuth. „Wer das federführend verantwortet hat, Herr Schäuble, hat so gehandelt an seiner Nation, dass er Gott danken soll, auf freiem Fuß zu bleiben“, befand der Schriftsteller.

Der Gastgeber des Abends, der Berliner CDU-Politiker Uwe Lehmann-Brauns, sagte in der nachfolgenden Diskussion, er persönlich wünsche „von ganzem Herzen und mit dem ganzen Kopf, dass Wolfgang Schäuble Bundespräsident wird“. Er habe Hochhuth aber eingeladen, weil er diesen sehr schätze. „Einen Schriftsteller, der Gesinnungsethiker ist, brauchen wir in Deutschland“, sagte Lehmann-Brauns.

Der vollständige Text ist unter www.spiegel.de abrufbar.

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